Es ist Freitagabend, die Zeit, in der normale Menschen Feierabend machen und die Feuerwehr sich gerade aufs Wochenende vorbereitet. Doch in Schlaiten ist man anders. Hier bekommt man schon bei Küchenrauch fünf Feuerwehren aufs Dach – und zwar nicht zum Grillen.
Als es in einem Einfamilienhaus im Dachgeschoss leicht qualmte, wurde nicht etwa der Hausmeister gerufen oder der Nachbar mit dem Gartenschlauch. Nein, man alarmierte gleich die ganze Feuerwehrgemeinde. Ainet, Glanz, Lienz, Oberlienz – sie kamen angerauscht, als wäre es der große Feuerwehrtag der Alpenrepublik. Man sah schon das nächste Gemeindewappen vor sich: fünf Feuerwehrleute in Pose, die eine Pfanne halten, auf der in Zukunft „Hier wurde gekocht“ stehen wird.
Der Einsatzleiter, der sich sichtlich als der neue Dorfchef fühlte, sagte „höchstwahrscheinlich Küchenbrand“ – ein Satz, der in Schlaiten fortan als neuer Volksmund gelten wird. Wer weiß, vielleicht wird er schon im nächsten Gemeinderat als Mottosatz für das neue Feuerwehrkalenderblatt genommen. Darauf dann: ein verkohltes Toastbrot mit der Aufschrift „Gemeinsam sind wir stark“.
Die Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen – nicht etwa weil es brenzlig wurde, sondern weil sie den Einsatzwagen vor der Einfahrt nicht durchlassen konnten. Einige standen ratlos auf der Straße und fragten sich, ob das jetzt der neue Brandschutz ist: Mit so viel Aufwand kann ja gar nichts mehr abbrennen, weil vorher schon die halbe Gemeinde vor Ort ist.
Und die Brandursache? Bislang unklar. Vielleicht war es ja auch nur ein missglückter Versuch, ein neues Gemeindesymbol zu schaffen. Jedenfalls hat sich die Feuerwehr nun einen Namen gemacht – und zwar als diejenige, die fünfmal kommt, wenn einmal reichen würde. Bravo, Schlaiten, das ist Service mit Nachschlag.