Als Union Basketball Krems am Samstagabend mit 83:48 gegen Baden gewann, feierten die Fans bereits den Einzug ins Halbfinale. Die Spieler tanzten auf dem Parkett, die Cheerleader schwenkten ihre POMPOMS, und selbst der Maskottchen-Hase Hoppy ließ seinen Puderzucker-Schwanz vor Freude erzittern. Doch dann geschah das Undenkbare: Die Anzeigetafel zeigte plötzlich 48:83 an.
"Da war die Stimmung im Eimer", erinnert sich Jürgen Kneissl, der als Playing Coach auch die Funktion des technischen Leiters innehat. "Unsere Jungs standen da wie begossene Pudel. Mohammad hatte gerade seinen 43. Punkt erzielt und plötzlich stand da: 19:43 für Baden. Das hat ihn völlig aus der Bahn geworfen."
Die Ursache für das Chaos? Ein Programmierfehler in der neuen elektronischen Anzeigentafel, die die Stadt Krems extra für 43.000 Euro angeschafft hatte. "Die dachten wohl, dass 43 Punkte von einem Spieler schon fast zu viel sind", mutmaßt Andreas Koch, der mit seinen acht Zählern ebenfalls unter den Auswirkungen litt. "Jetzt verstehe ich auch, warum Mohammad danach nur noch zwei Freiwürfe traf. Der arme Kerl dachte wohl, er hätte einen Blackout."
Die Stadt Krems reagierte umgehend und berief eine Krisensitzung ein. "Wir überlegen, ob wir nicht gleich auf LED-Trikots umsteigen", verriet Bürgermeister Dr. Reinhard Resch. "Da können wir die Punkte direkt auf die Brust projizieren. Mohammad hätte dann 43 leuchtende Punkte auf der Brust getragen. Das wäre doch was, oder?"
Unterdessen bereitet sich das Team auf das Halbfinale gegen Stockerau vor, wo man auf den ungeschlagenen Tabellenführer trifft. "Die haben ja noch nie verloren", sagt Florian Ronge mit leiser Verzweiflung in der Stimme. "Aber wir haben ja jetzt die neue Anzeigentafel. Vielleicht können wir die ja so programmieren, dass sie 150 Punkte für uns anzeigt."
Die Fans in Krems sind sich hingegen sicher: Mit Mohammad Akhdir im Kader kann ihnen nichts passieren. "Der Typ ist eine Maschine", schwärmt ein Zuschauer. "Wenn er 43 Punkte macht, dann müssen die anderen elf Spieler nur noch 40 Punkte zusammenlegen. Das kriegen wir hin."
Ob das gegen Stockerau ausreichen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist: In Krems hat man das Problem erkannt und arbeitet mit Hochdruck an Lösungen. Denn eins ist klar: Ohne funktionierende Punkteanzeige ist selbst der talentierteste Spieler nur ein Mann ohne Gesicht.