Die deutschen Exporte in die USA sind im Mai überraschend stark um 7,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro gesunken. Experten führen den Rückgang auf einen Ausgleichseffekt nach vorherigen vorsorglichen Käufen der US-Importeure zurück. Die deutsche Exportwirtschaft leidet unter dem starken Euro und der gedämpften Dynamik.
KI-generiertes Bild (illustrativ) · Quelle: Pollinations AI
Fakten auf einen Blick
Die deutschen Exporte in die USA sanken im Mai um 7,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro
Die Ausfuhren in die Volksrepublik China gingen um 2,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück
Der vom Ifo-Institut ermittelte Exportindex ging von minus 1,3 Punkten im Juni auf minus 1,7 Punkte im Juli zurück
Die deutschen Exporte insgesamt sanken gegenüber April um 1,4 Prozent auf 129,4 Milliarden Euro
Die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich stiegen um 15,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro
Die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten sind im Mai überraschend stark um 7,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit März 2022 und folgt auf einen Rückgang von 1,6 Prozent im April. Experten führen die Entwicklung auf einen Ausgleichseffekt zurück, nachdem US-Importeure wegen der angekündigten Zölle zuvor vorsorglich Waren gekauft hatten.
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang April umfassende Einfuhrzölle angekündigt, die er wegen starker Auswirkungen auf die amerikanischen Wertpapierbörsen zum großen Teil für 90 Tage aussetzte. Für Einfuhren aus der Europäischen Union erheben die Vereinigten Staaten seitdem einen Basiszollsatz von 10 Prozent. Für Autos und Autoteile sind Extrazölle von 25 Prozent fällig, für Stahl und Aluminium in Höhe von 50 Prozent. Anfang der Woche hatte Trump die Frist für die neuen Zölle vom 9. Juli auf den 1. August verlängert und gleichzeitig 25-prozentige Zusatzzölle für Einfuhren aus Japan und Südkorea angekündigt.
Neben dem Rückgang im USA-Geschäft schwächelte auch das China-Geschäft. Die Ausfuhren in die Volksrepublik gingen um 2,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück. Auch die Ausfuhren in andere EU-Staaten sanken um 2,2 Prozent auf 71,3 Milliarden Euro. Positiv entwickelten sich hingegen die Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich durch einen Anstieg um 15,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Insgesamt sanken die deutschen Exporte gegenüber April um 1,4 Prozent auf 129,4 Milliarden Euro.
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich abgekühlt. Der vom Ifo-Institut ermittelte Exportindex ging von minus 1,3 Punkten im Juni auf minus 1,7 Punkte im Juli zurück. "Der Exportwirtschaft fehlt es gegenwärtig an Dynamik", teilte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe mit. Laut Carsten Brzeski, dem Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING, leiden die deutschen Exporteure auch unter dem starken Euro.
Auch die Importwirtschaft verzeichnete einen Rückgang. Die Importe fielen von April zum Mai um 3,8 Prozent auf 111,1 Milliarden Euro. "Der deutschen Wirtschaft bläst weiterhin eine kräftige Brise von der außenwirtschaftlichen Seite entgegen", bewertete Volkswirtschaftler Bastian Hepperle von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank die Entwicklung im Außenhandel. Eine rasche Besserung sei nicht in Sicht. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, warnte vor einer Überbewertung der Importzahlen, da diese häufigen Schwankungen unterliegen.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind die deutschen Exporte in die USA so stark zurückgegangen?
Experten führen den Rückgang auf einen Ausgleichseffekt zurück, nachdem US-Importeure wegen der angekündigten Zölle zuvor vorsorglich Waren gekauft hatten.
Wie haben sich die deutschen Exporte nach China entwickelt?
Die Ausfuhren in die Volksrepublik China gingen um 2,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück.
Wie ist die aktuelle Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft?
Die Stimmung hat sich abgekühlt, der Ifo-Exportindex ging von minus 1,3 Punkten im Juni auf minus 1,7 Punkte im Juli zurück.
ENTITIES:
PERSONEN: Donald Trump, Klaus Wohlrabe, Carsten Brzeski
ORTE: USA, China, Vereinigtes Königreich, Österreich
ORGANISATIONEN: Ifo-Institut, ING
DATUM: Mai 2025
META_TITLE: Deutsche Exporte in die USA überraschend stark gesunken - Österreich im Fokus
META_DESC: Die deutschen Exporte in die USA sind im Mai um 7,7 Prozent gesunken. Auch das China-Geschäft schwächelt. Die Stimmung in der Exportwirtschaft hat sich abgekühlt.