Der alte Mann wollte es nur gut meinen. Mit 84 Jahren sieht man plötzlich Dinge anders. Als sein Führerschein anfing auszusehen wie eine alte Landkarte aus dem Zweiten Weltkrieg, beschloss der Kärntner Pensionist, selbst aktiv zu werden. Die moderne Technik bot ihm die perfekte Lösung: Ein Farbkopierer aus dem Büro seiner Enkelin sollte das Problem lösen.
Zuerst probierte er es mit einem schwarzen Stift, doch das sah noch trauriger aus als vorher. Dann kam ihm die geniale Idee – einfach kopieren! Vier mal vier Farben, ein wenig ausschneiden und schon hatte er einen Führerschein, der aussah wie neu. Stolz steckte er das Dokument in seine Brieftasche und fühlte sich wie ein Geheimagent mit gefälschtem Pass.
Doch die Freude währte nicht lange. Bei einer routinemäßigen Kontrolle durch die Polizei flog die ganze Aktion auf. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie einen Führerschein in den Händen hielten, der aussah wie aus einem Zeichentrickfilm. Die Hologramme waren verschwunden, die Farben leuchteten zu grell, und der Mann selbst wirkte verdächtig nervös.
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt sah darin keine harmlose Senioren-Aktion, sondern einen ernsthaften Fall von Urkundenfälschung. Die Anklagevertreterin Magdalena Jarnig-Prislan machte deutlich, dass auch Rentner sich an Gesetze halten müssen. Für den 84-Jährigen bricht damit eine Welt zusammen – zum ersten Mal in seinem Leben steht er vor einem Strafrichter.
Sein Verteidiger versucht zu beschwichtigen: "Es war ein Akt der Verzweiflung, kein krimineller Vorsatz!" Doch die Justiz lässt sich nicht so leicht besänftigen. In Österreich, wo man schon wegen zu schnellen Fahrens bestraft wird, fällt eine Führerschein-Fälschung besonders schwer ins Gewicht. Der alte Mann, der nur seinen Führerschein vor dem Altern bewahren wollte, muss nun um seinen Führerschein fürchten – den echten.