Ja, die Zeit ist reif für eine Revolution. Die Revolution der Zweiradfahrer, die endlich ihren rechtmäßigen Platz auf den Straßen einnehmen. Nachdem sich die letzten Autofahrer schon in ihre SUVs zurückgezogen haben wie Schildkröten ins Panzerhaus, rücken jetzt die Radfahrer vor. Und sie wollen nicht mehr nur ihren Platz am Tisch – sie wollen den ganzen Tisch.
Was als "Verkehrsberuhigung" vermarktet wird, ist in Wahrheit eine konsequente Umgestaltung der Stadt zur Fahrradmetropole. Keine Ampeln mehr, die den freien Fluss der Radler stören, keine Parkplätze, die wertvollen Raum verschwenden. Nur noch breite Radwege, die sich wie Autobahnen durch die Grazer Innenstadt ziehen.
Die 52 Prozent, die für die Ausweitung sind, sind natürlich die Radfahrer. Die anderen 48 Prozent sind jene, die noch nicht gemerkt haben, dass ihre Autos jetzt nur noch überteuerte Dekorationsobjekte sind. Oder jene, die noch auf den Brief der Stadt warten, in dem sie aufgefordert werden, ihr Fahrzeug abzugeben und gegen ein Rad einzutauschen.
Aber es gibt auch Kritiker. Die Stimmen der Autofahrer, die sich von der neuen Ordnung bedroht fühlen. Die sich beschweren, dass sie jetzt drei Stunden brauchen, um durch die Innenstadt zu kommen, wo es früher nur zehn Minuten waren. Die jammern, dass die neuen Fahrradwege ihre ehemaligen Lieblingsparkplätze überbaut haben. Die weinen, dass sie jetzt für jeden Einkauf einen ganzen Tag einplanen müssen.
Doch die Stadt lässt sich nicht beirren. Sie weiß, dass die Zukunft den Radfahrern gehört. Dass eine Stadt, in der Autos dominieren, eine Stadt der Vergangenheit ist. Eine Stadt der Lärmbelästigung, der Abgase, der Staus und der Nervosität. Eine Stadt, die keine Zukunft hat.
Die Zukunft gehört den Städten, in denen die Menschen in Bewegung bleiben. Die sich fortbewegen, ohne sich in Blechkisten einzusperren. Die die frische Luft atmen und die Sonne auf der Haut spüren. Die sich begegnen, statt sich gegenseitig zu ignorieren.
Und so wird Graz zur Vorzeigestadt für alle, die eine Zukunft ohne Autos wollen. Eine Stadt, in der die Straßen den Radfahrern gehören. Eine Stadt, in der die Menschen sich bewegen, statt stillzustehen. Eine Stadt, die nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Gesundheit ihrer Bewohner.
Wer hätte gedacht, dass eine simple Verkehrsberuhigung zu einer solchen Revolution führen würde? Wer hätte gedacht, dass eine Stadt wie Graz den Mut hat, den Weg in eine neue Zeit zu weisen? Wer hätte gedacht, dass die Zweiradfahrer am Ende die Sieger sein würden?
Die Antwort ist einfach: Die Radfahrer selbst. Die schon immer wussten, dass ihre Zeit kommen würde. Die schon immer an die Macht des Fahrrads geglaubt haben. Die schon immer wussten, dass sie die Zukunft sind.
Und jetzt, da ihre Zeit gekommen ist, werden sie diese auch nutzen. Sie werden die Straßen erobern. Sie werden die Stadt verändern. Sie werden die Welt verändern. Und am Ende werden sie triumphieren.
Denn die Zukunft gehört den Radfahrern. Und die Zukunft ist jetzt.