Der vielseitige Professor und Psychotherapeut Edgar Hättich ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Ein passender Zeitpunkt, um festzustellen: Die Therapie hat geholfen. Hättich selbst war offenbar das letzte Opfer seiner eigenen Methoden.
Der gebürtige Steirer hatte ein abwechslungsreiches Leben als Philosoph, Redakteur, Professor und Psychotherapeut. Doch seine eigentliche Meisterschaft zeigte er erst am Lebensende. Denn in seinen letzten Stunden entwickelte Hättich eine revolutionäre Therapieform, die er selbst nie zu Lebzeiten praktizieren konnte: die terminal-philosophische Gesprächstherapie.
Bei dieser Methode sitzt sich der Patient selbst gegenüber und diskutiert über den Sinn des Lebens, den Tod und die Frage, ob man lieber mit 97 oder 98 Jahren sterben soll. Hättich entschied sich für die zweite Variante und schaffte es tatsächlich, seinen eigenen Tod um ein Jahr zu verlängern.
Seine Patienten, die er zu Lebzeiten betreute, sind entsetzt. "Er hat uns jahrelang eingeredet, dass der Tod nur eine Illusion ist", sagt eine ehemalige Patientin. "Und jetzt macht er das? Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?"
Hättichs Verleger zeigt sich beeindruckt: "Wir planen bereits ein neues Buch: 'Die Kunst, sich selbst zu überleben - ein posthum veröffentlichter Leitfaden'." Die Auflage wird auf 97 Exemplare limitiert - eine Anspielung auf Hättichs Lebensalter zum Zeitpunkt seines Ablebens.
Die Grazer Universität, an der Hättich zuletzt lehrte, will eine Professur für terminal-philosophische Gesprächstherapie einrichten. Der Lehrplan umfasst ein Fach namens "Selbstanalyse im Sterben 101".
In einem letzten Interview, das Hättich angeblich noch wenige Stunden vor seinem Tod gab, erklärte er: "Der Tod ist nur eine Zwischenstation. Die nächste Station ist die Ewigkeit - oder zumindest ein sehr langes Warten im Jenseits."
Sein Nachruf in der Kleinen Zeitung endet mit den Worten: "Edgar Hättich hat uns allen gezeigt, dass man auch im Tod noch produktiv sein kann. Ruhe in Frieden, Professor. Oder zumindest bis zur nächsten Therapiesitzung."