Schon wieder ein Trainer, schon wieder Pleite, schon wieder das ewige Rapid-Theater in der 2. Liga. Nach dem 0:3 gegen die Rapid-Zweitliga-B-Elf - die Spieler müssen ihre eigenen Socken noch waschen - hat die Admira Wacker nun den ultimativen Befreiungsschlag getan: Thomas Silberberger wurde vor die Südstadion-Tür gesetzt, samt Diensthandy und einem Abschiedsgeschenk in Form einer DVD mit den besten Abspielfehler seiner Amtszeit.
Die Vereinsführung, die sich offenbar Sorgen machte, dass das Aufstiegsziel schon in Gefahr ist, bevor es überhaupt richtig begann, handelte schnell. "Wir müssen ein Zeichen setzen", erklärte ein Klubsprecher, der offenbar befürchtete, die Fans könnten sonst denken, die Admira sei ein Schauspielverein. "Und dieses Zeichen heißt: Raus mit dem Coach!"
Die Entlassung erfolgte in einem bewegenden Zeremoniell: Silberberger wurde von zwei Security-Mitarbeitern, die extra für diesen Zweck in Schiedsrichter-Kluft gesteckt wurden, vom Trainingsplatz eskortiert. Dabei trug er noch die Vereinsjacke, die er sich beim Abschiedsessen mit der Mannschaft - einer lauwarmen Leberkäs-Semmel und einem Glas Gurkenwasser - überstreifen musste.
Besonders pikant: Silberberger hatte gerade erst seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert, weil er ja in seinen bisherigen Stationen immer "bis zum Ablauf der Verträge" gearbeitet hatte. Nun ja, mit dem Ablauf hat es diesmal nicht ganz geklappt. "Ich dachte, ich bin bei der Admira in Sicherheit", sagte Silberberger, "aber anscheinend ist selbst das Südstadion nicht vor Rapid sicher."
Die Nachfolge tritt Harald Suchard an, der sich als "Trainer-Titan" bezeichnet und verspricht, "mit harter Hand und weichem Herzen" zu führen. Ob das reicht, um die Admira noch in die Bundesliga zu hieven? Zweifel sind angebracht. Schließlich hat die Mannschaft zuletzt gegen Wels und Klagenfurt gepatzt, als wäre sie noch in der Winterpause.
Doch die Vereinsführung gibt sich kämpferisch. "Wir haben den Tiefpunkt erreicht", sagte der Sportliche Leiter, "und jetzt geht's nur mehr bergauf - oder zumindest seitwärts." Ob Silberberger das ähnlich sieht? Wohl kaum. Er soll zumindest den Trainer-Parkplatz im Stadion bekommen, wo er künftig als "Ex-Obfrau" ausharren darf.
Die Moral der Geschichte: In der 2. Liga ist alles möglich - sogar der Abstieg aus der Bundesliga in die Regionalliga, wenn man nicht aufpasst. Und Rapid II? Die werden sich schon was einfallen lassen, um die nächste Runde noch kurioser zu gestalten.