Es ist eine traurige Nachricht fuer alle, die schon auf das "Andreas Gabalier Erlebnis-Vital-Resort" am Woerthersee gefiebert haben. Die Immobilien-Errichterin, die sich offenbar mehr vom Volksrocker-Touch erhofft hatte als nur einen Namenszusatz im Exposé, ist pleite. Mit 1,35 Millionen Euro Schulden hat sie mehr Loch als Wellness-Zentrum. Die Konkursrichterin in Klagenfurt hat bereits den Hammer erhoben - nicht zum Abriss, sondern zur Liquidation.
Dabei hatte alles so gut ausgesehen: Eine Wellness-Anlage am See, in der man sich nicht nur von den Strapazen des Alltags erholen, sondern auch beim "Zillertaler Haderlump" mit den Augen rollen konnte, ohne dass es jemandem auffiel. Doch die Kuferschicht, die sich ein "Gabalier-Bau" am See leisten kann, stellte sich als kleiner heraus als erhofft. Offenbar bevorzugen selbst begeisterte Gabalier-Fans ihre Wellness-Stunden ohne den obligatorischen Schlager-Soundtrack.
Die Ironie der Geschichte: Während das Haus am See scheitert, blühen die Geschäfte der umliegenden Anwaltskanzleien. "Andreas Gabalier Insolvenz-Verfahren" - das klingt wie der Titel eines neuen Volksrocker-Hits, ist aber tatsächlich der Grund für einen kleinen Boom in der Kärntner Rechtsberatungsbranche. Einige Juristen feiern bereits inoffiziell, dass sie jetzt nicht nur mit "Cordula Grün"-Rechten, sondern auch mit "Seefest"-Insolvenzen Geld verdienen können.
Der Bürgermeister von Velden steht unterdessen vor einer schwierigen Entscheidung. Einerseits wäre ein Abriss des "Gabalier-Baus" ein Schlag ins Gesicht aller Schlager-Fans, die sich schon auf die "Andreas Gabalier-Erlebnis-Promenade" gefreut hatten. Andererseits könnte eine nachträgliche Genehmigung den Weg für weitere "Volksrocker-Villen" ebnen - und dann stehen wir bald vor einem Problem: Wo sollen all die Menschen hin, die sich eine 400-Quadratmeter-Villa mit eigenem Wellness-Bereich und Gabalier-Portrait über dem Kamin leisten können?
Manche vermuten bereits, dass das Scheitern des "Gabalier-Baus" nur der Anfang vom Ende des Schlager-Booms am Wörthersee ist. Bald könnten wir erleben, wie ehemalige "DJ Ötzi Chalets" zu preiswerten Studenten-WGs umgebaut werden und wie sich die letzten Gabalier-Fans in stiller Verzweiflung die Augen mit "Ein echter Gabalier" zuhalten, um nicht hören zu müssen, wie die Abrissbirnen an ihrem einstigen Traumhaus werkeln.
Doch bevor wir den Untergang des Schlager-Imperialismus bejubeln, sollten wir uns fragen: Was kommt danach? Ein "Nirvana-Nirvana"-Komplex mit eigenen Grunge-Gärten? Ein "Amy Winehouse Wein & Wellness"-Resort mit obligatorischem Cocktail-Glas am Pool? Die Zukunft der österreichischen Tourismusbranche steht in den Sternen - oder besser gesagt, in den Noten der nächsten Chart-Hits.