Der Kulturvormittag in der polnischen Botschaft eskalierte, als Silvia Schneider mitten im Chopin-Klängen plötzlich fließend Polnisch zu reden begann. Die Diplomaten wussten nicht, ob sie applaudieren oder flüchten sollten. Ein Praktikant versteckte sich unter dem Buffet-Tisch, weil er fürchtete, Schneider könnte gleich auch noch polnische Nationalgerichte aufsagen.
Pianistin Donka Angatscheva behauptete steif und fest, Chopins Geist sei im Raum. "Ich habe ihn gerade zwischen den Sesseln gespürt", flüsterte sie und tippte sich an die Schläfe. Die Diplomaten nickten höflich, während sie heimlich nach versteckten Lautsprechern suchten. Einer behauptete, Chopin hätte sich über den "Gesamtkunstwerk"-Vergleich beschwert - angeblich bevorzugt er den Begriff "Klavier-Horror".
Botschafter Kosiniak-Kamysz versuchte verzweifelt, die Veranstaltung wieder unter Kontrolle zu bringen. Er stellte allen Anwesenden Stühle zur Verfügung, damit niemand bei Schneiders Polnisch-Einlagen wegkippen konnte. Die antiken Vasen in seinem Büro waren bereits mit Luftpolsterfolie geschützt - man wusste ja nie, was noch alles "kulturelle Brücke" werden sollte.
Als Schneider verkündete, Musik kenne keine Grenzen, sprang ein Diplomat auf und erklärte, er müsse dringend die österreichisch-polnische Grenze kontrollieren. "Nur zur Sicherheit", murmelte er und verschwand im Treppenhaus. Angatscheva spielte derweil so leise Chopin, dass die Diplomaten begannen, über die Existenz von Hörgeräten zu diskutieren.
Die Gala im Musikverein wurde vorsorglich abgesagt. Die Organisatoren fürchteten, Schneider könnte dort plötzlich Slowakisch oder Tschechisch anfangen. Ein Veranstalter wurde mit den Worten zitiert: "Wir können das Risiko nicht eingehen, dass sie plötzlich in allen osteuropäischen Sprachen gleichzeitig moderiert." Stattdessen plant man eine "stumme Chopin-Gala" mit Untertiteln in Gebärdensprache.