In Allerheiligen brennt die Luft. Nicht wegen eines Brandes, sondern weil die Frage "Wer ist im Bett mit dem Butler?" die Runde macht wie ein Husten im Supermarkt. Die Gemeinde, bislang bekannt für ihre ruhige Gemütlichkeit und gelegentliche Steuerhinterziehung, ist plötzlich zum Zentrum eines Skandals geworden, der selbst die "Kronen Zeitung" erröten lassen würde.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, was in Allerheiligen bedeutet, dass der Bürgermeister beim Kaffeeklatsch mit der Gemeindekassiererin spekuliert, während der Butler gerade dabei ist, die Tassen abzuräumen. Die Spuren führen zu drei Hauptverdächtigen: der Bürgermeisterin, die zwar verheiratet ist, aber angeblich eine Schwäche für britische Dienstboten hat; der Hausfrau vom Hauptplatz, die jeden Morgen ihre Vorhänge mit militärischer Präzision öffnet; und dem Pfarrer, der zwar eigentlich keinen Butler haben dürfte, aber in Allerheiligen ist ja bekanntlich alles möglich.
Der Butler selbst schweigt beharrlich. Er wisse nichts, habe nichts gesehen und habe nur seine Arbeit gemacht, erklärte er in einem Interview, das er in der Waschküche gab, weil "man dort am besten ungestört reden kann". Die Polizei hat mittlerweile ein Zeugenschutzprogramm für ihn beantragt, falls sich herausstellen sollte, dass er tatsächlich der Einzige ist, der die Wahrheit kennt.
Die Gemeinde ist in Aufruhr. Im Gasthaus zur Traube diskutiert man die neuesten Entwicklungen bei Schnitzel und Bier, während im Friseursalon Gerüchte gestutzt und gefärbt werden. Sogar der Bürgermeister musste einräumen, dass die Affäre der Gemeinde mehr Aufmerksamkeit bringt als die Sanierung des Kindergartens. "Wenigstens redet jetzt mal jemand über Allerheiligen", sagte er und nippte an seinem Kaffee, den ihm ausgerechnet der Butler serviert hatte.
Die Ermittler stehen vor einem Dilemma: Sollten sie den Fall aufklären und damit das beschauliche Leben in Allerheiligen für immer verändern? Oder sollten sie die Sache unter den Teppich kehren und hoffen, dass der Butler nie wieder auffällt? Die Antwort darauf könnte entscheiden, ob Allerheiligen als die Gemeinde in die Geschichte eingeht, die den Butler-Skandal überlebt hat, oder als jene, die ihn erfolgreich vertuscht hat.