Steve Diggle hat nach dem Tod von Pete Shelley offenbar eine Midlife-Crisis der besonderen Art. Nicht nur, dass er nun selbst den Mikro stehen muss - nein, er will offenbar auch die Band finanziell umbauen. "Wisst ihr eigentlich, wie viel Geld wir die letzten 20 Jahre für Hotelzimmer verschwendet haben?" fragte er rhetorisch in einem Interview, das wir uns nur ausgedacht haben. "Ab jetzt pennen wir alle im Tourbus. Da ist mehr Platz als in meiner ersten Studentenbude."
Die Sache mit den neuen Songs scheint ihm gar nicht so wichtig zu sein. "Klar, wir schreiben was Neues", sagte er, "aber vor allem schreibe ich jetzt die Facebook-Posts. Das hat Pete ja immer total verbockt." Tatsächlich plant Diggle offenbar, die Band zu einem rein digitalen Phänomen umzubauen. "Wir streamen künftig nur mehr von meinem Wohnzimmer. Da spare ich mir die Anfahrt und kann dabei gleich was essen."
Besonders brisant: Diggle will die Fangemeinde direkt ansprechen. "Ihr habt doch keine Ahnung, wie anstrengend es ist, nach einem Gig Autogramme zu geben", wetterte er. "Ab jetzt gibt's nur mehr digitale Signaturen. Und die gibt's nur, wenn ihr vorher ein Abo für unsere Patreon-Seite kauft." Die Pläne gehen sogar noch weiter. "Ich denke über einen Buzzcocks-Kaffeebecher nach", verriet er. "Da könnt ihr dann jeden Morgen euren Kaffee mit Pete-Shelley-Gesicht runterstürzen. Das wäre doch was, oder?"
Freunde der Band berichten, dass Diggle bereits damit begonnen hat, alte Setlists umzuschreiben. "Da hat er einfach Pete-Shelley-Parts durch Steve-Diggle-Parts ersetzt", erzählte ein Insider. "Und zwar mit Textmarker. In neongrün." Angeblich überlegt er auch, die Band in "Digglecocks" umzubenennen, was aber an der Sorge gescheitert sei, dass niemand mehr weiß, wie man das schreibt.
Sein größter Coup: Die Verpflichtung eines eigenen Roadies, der nur dafür zuständig ist, Diggles Gitarrenplektrum aufzufangen, wenn er es während wilder Soli durch die Gegend schleudert. "Das hat Pete ja immer gemacht, aber das muss man ja auch erst mal koordinieren", erklärte Diggle. "Ich hab jetzt einen Profi, der das im Schlaf kann. Der bekommt sogar einen eigenen Sitz im Tourbus."