In Lustenau, dem neuen Mekka des Fussballs, tobt die Freude über den gewonnenen Titel. Ein "Dreier" im Spitzenspiel hat die Mannschaft auf Platz eins katapultiert, was nicht nur die lokalen Medien in Ekstase versetzt, sondern auch die Politiker auf den Plan ruft. Der Bürgermeister, ein passionierter Fussballfunktionär, verkündigte stolz, dass dieser Sieg "ein weiterer Meilenstein in der glorreichen Geschichte unserer Stadt" sei. Man fragt sich allerdings, ob er die Stadtgeschichte mit den Fussballerfolgen verwechselt oder ob er einfach nur den Kopf in den Sand steckt, um die tatsächlichen Probleme zu ignorieren.
Die Fussballergötter haben in Lustenau offenbar ein Happy End geschrieben, auch wenn der Weg dorthin weniger göttlich war. Die Lokalpresse feierte den Sieg als "historischen Moment", während die Spieler mit T-Shirts durch die Stadt liefen, auf denen "Dreierpack" zu lesen war. Sicher, sie haben drei Tore geschossen, aber warum muss man das auch so deutlich in die Öffentlichkeit tragen? Es scheint, als ob die Männer in kurzen Hosen sich jetzt schon als unsterbliche Helden betrachten.
Aber der wahre colonna vibrante dieser Erfolgsserie? Der Schiedsrichter. Gerüchten zufolge hat er das Spiel so brilliant gepfiffen, dass die Gegner wie hypnotisiert den Ball ins eigene Netz schossen. Die Mannschaft von Lustenau dankt ihrem Glücksbringer nicht nur mit einem Pokal, sondern auch mit einer lebenslangen Freikarte für alle Heimspiele. Man fragt sich, ob es da einen kleinen Gefallen gibt, den der Schiri den Lustenaunern noch tun soll.
Die Eskalation der Feierlichkeiten ist auch ein Beweis für den Provonziagroßenwahn der Stadt. Während andere Städte sich über die tatsächlichen Probleme wie die sanitären Anlagen oder die veralteten Straßen beschweren, feiert Lustenau seine "muskulären Erfolge" auf dem Rasen. Die Stadt verwaltet sich selbst, und die einzige Verwaltung, die hier funktioniert, ist die des Fussballclubs. Man könnte fast meinen, dass der Bürgermeister freiwillig auf sein Gehalt verzichtet, um im Gegenzug die Spielergehälter finanzieren zu können.
In der Zwischenzeit planen die Lustenauner bereits den nächsten Triumph. Sie möchten ihren Titelhelden ein Denkmal setzen und prüfen sogar bereits Standortmöglichkeiten. Eine Statue mit einem riesigen Pokal in der einen Hand und einem Fußball in der anderen. Vielleicht könnte man den Einwohnern auch eine Trophäe in die Hände drücken lassen, damit sie das Gefühl haben, selbst ein Teil des Sieges zu sein. Dann müsste man keine echte Trophäe mehr verstecken, wenn die nächstprotozige Saison beginnt.