Endlich ist es soweit: Die europäische Fußball-Elite zieht ins Viertelfinale ein und die Bundesliga erlebt ihr größtes Drama seit der Erfindung der Torlinientechnik. Freiburg hat mit 5:1 Genk deklassiert, Bologna hat Rom in die Wüste geschickt und Nottingham Forest hat Midtjylland im Elfmeterschießen in die Knie gezwungen. Es ist der Triumph des europäischen Fußballs – und der bittere Moment für alle Bundesliga-Anhänger, die sich noch Hoffnung gemacht hatten, dass die Bayern den deutschen Fußball retten könnten.
Der Freiburger Sieg war so überlegen, dass selbst die Genk-Fans schon in der Halbzeitpause anfingen, Schokolade zu essen und über belgische Waffeln zu diskutieren. Matthias Ginter, der eigentlich nur noch als Stadionsprecher für die Freiburger vorgesehen war, schoss plötzlich Tore wie ein junger Messi. Igor Matanović bewies, dass man auch mit kroatischem Nachnamen deutscher Nationalspieler werden kann – zumindest in der Europa League. Vincenzo Grifo spielte so gut, dass er in der Halbzeitpause von der UEFA für den Trainerposten in Genk vorgeschlagen wurde. Und Philipp Lienhart, der angeschlagene Österreicher, kam kurz vor Schluss für ein paar Minuten – genug Zeit, um den Genk-Fans zu zeigen, was österreichische Qualität bedeutet: pünktliches Auswechseln.
In Lyon erlebte Olympique Lyon das, was man in Frankreich "la grande déception" nennt. Die Franzosen, die in der Liga-Phase noch so souverän auftraten wie ein Pariser Bistrobesitzer um 14 Uhr, wurden von Celta de Vigo mit einer roten Karte für Moussa Niakhaté aus dem Konzept gebracht. Danach spielten sie so verwirrt, dass sogar der Schiedsrichter begann, Mitleid mit ihnen zu haben. Das 0:2 in der Nachspielzeit war die logische Konsequenz – und der Beweis, dass man in der Europa League ohne Bayern München nicht weit kommt.
Bologna hat Rom in einer Verlängerung besiegt, die so dramatisch war wie ein neapolitanisches Telenovela-Finale. Die Roma führte 3:1, verspielte alles, rettete sich in die Verlängerung und verlor dann durch Nicoló Cambiaghi in der 111. Minute. Der arme José Mourinho wird jetzt wahrscheinlich nach Madrid zurückkehren und dort eine Pizzeria eröffnen – mit dem Slogan "Hier wird nicht verlängert, hier wird geliefert."
Nottingham Forest hat Midtjylland im Elfmeterschießen besiegt, was beweist, dass die Engländer auch ohne Premier-League-Glamour noch international erfolgreich sein können. Die Dänen scheiterten an der Nervosität, die typisch für skandinavische Teams ist, wenn es um Elfmeter geht. In Kopenhagen wird man jetzt wahrscheinlich das Elfmeterschießen abschaffen und durch ein Trinkspiel ersetzen – weil das deutlich weniger stressig ist.
Für die Bundesliga bedeutet das alles: Der deutsche Fußball steckt in der Krise. Nicht weil die Teams schlecht sind, sondern weil sie ohne Bayern München nicht wissen, wie man international erfolgreich ist. Freiburg hat gezeigt, dass es geht – aber nur, weil sie die richtigen Spieler haben, die richtige Taktik anwenden und vor allem: weil sie nicht Bayern München sind. Der Rest der Bundesliga sollte jetzt vielleicht einfach aufhören, sich mit Europa zu beschäftigen und sich stattdessen auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren: Wer wird Meister in der 2. Liga? Wer steigt ab? Und vor allem: Wann kommt die nächste Netflix-Dokumentation über die Bayern?