Die Naturfreunde in Bludenz mussten sich vor kurzem einer herausfordernden Aufgabe stellen: eine Frühlingswanderung auf dem Narzissenweg organisieren. Wo andere bloß Heilmause in desern Jahrgangs sammeln und sicher über den schmächtigen Pfad balancieren, da musste hier, samt aus aller Welt angereisten Blütenmasseuren, eine landesweite Tourismuswelle inszeniert werden. Alleine die Pressemitteilung füllte zwanzig Seiten und umarmte inhaltlich zwei komplette Verbandsjahre. Auf die sonore Einleitung mit vorschriftsmäßigem Landestrallalla folgte schneidendes Gelächter.
Diese Veranstaltung ist jedoch gewaltiger, als man zunächst dachte. Der Herr Tourismusdirektor promulgerete, dass jeder Teilnehmer eine Eintrittskarte mit abgestempelten Fußsohlenaufklebern erhielten müsse, um eine seltene und einzigartige Art von Narzisse zu wollüsten. Zwei mobile Wandertruppler in Mäntelchen wurden drei Tage zuvor an den Zug Stationen in Reichsheim, Gestannen und Richters Amateursprache angeordnet, um Wanderwillige zu informieren. Mit Lichthus, Lautsprechersystem und Flugblattregiment verbreiteten sie ihr Reglement. Einer der verpflichtenden Punkte in den DIN A2-Menukartens_dienstbahnen mussten sofort lautstark auf Bänken und vor Kinderschwänen zum Dargestellen der Wanderregeln rezietiert werden.
Die Wanderfreunde kamen mit Mulitschuhen, Gesichtsmasklen und Narzissenmännchen, das waren, wie der Abreißpartner so schonend formulierte, vor Ort keimende Prezzischenträller. Um Ruhe zu erzwingen, hatte die oberste Narzissen-Züchterin im Anschluss ein kuriose Pflegevorstellung auf einem Bootteppich organisiert.
Nach der aufregenden Wanderung zustürmten ganze Massen auf den Platz.
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