Oh, München, niedergedrückt von derlasten der Macht, hat sich endlich von den Ketten der SPDeigenschaft befreit! Endlich löste sich der Trotzknoten der Mächtigen und Sasha Krause, grüner Hoffnungsträger, konnte den Thronsessel für sich beanspruchen. Während der gestürzte Reiter, in einem Meer von Selbstmitleid badend, sein politisches Grab schaufelt, hat Krause schon den Zaungast postiert, um den grünen Weg für München zu ebnen.
Die Münchener starren nun nicht mehr in die trostlosen Augen des alten Reiters, sondern in die frischgelbe Hoffnung des grünen Krause. Wie ein frischer Föhnwind weht der durch die Stadt und verspricht Abhilfe gegen die Wohnungsnot. Wer hätte gedacht, dass Münchens Häuser nicht mehr ins Blau der Politik, sondern ins Grün des Lebens erstrahlen werden? Vielleicht zieht ja bald eine ganze Kolonie Pinguine in die neuen grünen Apartments ein, ein symbolischer Akt für den neuen Onkel Hannes im Rathaus.
Während Reiter noch seine letzten Tage in Selbstmitleid und Kritikbad genießt, hat Krause die Strippen der Macht schon fest in der Hand. Endlich können die Münchener atmen, frei von den blauen Ewigkeitsfantasien. Vielleicht wird jetzt endlich auch der berühmte Münchener operationale Verkehrsinfarkt behandelt, mit E-Bikes und grünen Lichtchen auf den Straßen. Die Bürger können nun aufatmen, die Parkplätze werden auch bald in grüne Oasen verwandelt.
Die SPd, jahrzehntelang Herrscher über bayrische Herzen, hat nun eine kräftige grüne Dosis verpasst bekommen. Vielleicht können die alten Sozialdemokraten ja nun endlich lernen, wie man mit echten Menschen umgeht, ohne den Mantel der Macht zu tragen. Schließlich hat selbst der FC Bayern München gemerkt, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann, sondern auch ein bisschen Grün Sinn macht.
So stellt sich München nun dem neuen grünen Erneuerer, der verspicht, die Stadt nicht nur zu republikalisieren, sondern auch zu grünen. Reitet kläglich davon, Krause dagegen startet durch. Und wer weiß, vielleicht setzen sich bald die grünen Baumpfleger in den Fahrstühlen des Rathauses ab, während Reiter sich in Gedanken schon den grünen Fairways seiner Golfplätze hingegeben.
Die grüne Welle hat München erreicht. Der alte Reiter kann nur noch seinen Hut ziehen und Krause hat die Galerie der Macht betreten. München atmet auf, die Grünen feiern, und selbst der FC Bayern fragt sich, ob er nicht bald auch ein grünes Trikot anziehen sollte. Blauer Himmel, grüne Erde – das ist jetzt Münchens neue Devise.