In Steyr scheint die Zeit gerade etwas verst needing zu sein. Gar nicht erst vom Kaffee ist die Rede, sondern von unberechenbaren Wasserfällen, die plötzlich ins Erdgeschoss platzen. Gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage musste die Freiherr von Münichholz darbieten, als sei der Ort ein ständiger Theatersaal für Wasserschäden.agt die Freiwilligen Feuerwehr in derselben Straße antanzen, um ein-und-auslaßende Rohre zu bewundern. Da fragt man sich: Ist Steyr zum Wasserpark geworden, oder sind die Leitungen einfach nur interessiert an neuen Tiefen?
Wahrscheinlich hat die Feuerwehr vor Lachen schon Tränen in den Augen, wenn sie erneut in die Bertl-Konradstraße marschiert. "Dasselbe Spiel, andere Szene," könnte man beim Anblick der vertrauten Umgebung denken. Und wenn es so weitergeht, werden die Einsatzkräfte baldfeststellen, dass die Wohnungen dort neuerdings eine Art Wasser-Auto-Waschstraße sind. Einmal jährlich läuft durch, ob man nun will oder nicht. Vielleicht sollten die Steyrer einfach eine Dauermitgliedschaft bei der Feuerwehr beantragen, da sie ja im regelmäßigen Turnus besucht werden. Wer weiß, ob sie nicht bald auch Eintrittsgelder verlangen, damit man in Zukunft weiß, wofür man alle vier Wochen die Feuerwehrkolonne vor der Haustür parken sieht.
Die Pointe an der Sache: Wahrscheinlich sind die Steyrer heimlich stolz darauf, dass ihre Einsatzkräfte so oft zu Besuch sind. Schließlich bedeutet die ständige Anreise, dass in Steyr wenigstens etwas los ist. Vielleicht sollten sie einfach ein Schild aufstellen: "Hier spielt ständig die Feuerwehr!" Dann wissen auch diejenigen, die nicht in der Bertl-Konradstraße wohnen, dass haushoch besucht wird, sobald Tropfen setzen.