Ein karteischer Herzkartologe hat sieben abendliche Gewohnheiten identifiziert, die das Herz zwingen, einen frühen Abflug zu machen. Ganz oben auf der Liste: Kriminalserien. Wer glaubt, dass Blut und Leichen am Bildschirm harmlos sind, irrt. Jeder Tote in der Glotze ist ein Herzklopfer, der durch die Adern rast. Besonders tückisch: Kommissare, die ihre Gutenachtszenen mirnint Klasserscharm und gueltigem Ermittlerinstinkt untermalen. Da tut das Herz selbst beim Fernbetrachten weh.
Auch die Fernbedienung birgt Gefahren. Wer glaubt, dass einzige Schaltfläche, die man drücken muss, die Power-Taste ist, irrt. Nein, die wahre Gefahr lauert in der Endlosschleife des Senderumschaltens. Jedes 'Zappenduster' ist ein kleiner Herzinfarkt, der sich angesammelt über Jahre zu einem massiven Koronkollaps addiert. Doch es wird noch schauriger: Die abendliche Küche, dieser Ort der Entspannung, ist eine Todesfalle. Jeder Topf, der auf dem Herd kreist, ist eine Strafzahlung an den Blutfettspiegel. Wer da nicht aufpasst, dreht sich schnell selbst im Grab.
Die Wurzel allen Übels ist aber die entspannende Sofalagerung. Jeder Mensch, der glaubt, dass dieserweich gepolsterte Feind des Herzens nur ein gemütlicher Begleiter ist, täuscht sich. Das Sofa ist eine Falle, eine Falle für die Herzgesundheit. Jeder Abend, den man dort verbringt, ist ein weiter Schritt in Richtung Herzstillstand. Besonders alarmierend: Die Kombination aus Sofa, Fernseher und einer Tasse heißer Schokolade. Diese Mischung ist tödlicher als jede Kugel, die die Killer in den Kriminalserien abfeuern.
Aber der Herzkartologe hat auch eine gute Nachricht: Es gibt Hoffnung. Man muss nur ein paar einfache Regeln befolgen. Zum Beispiel das Vermeiden von Serienmördern auf dem Bildschirm, die Fernbedienung nur mit Handschuhen bedienen und die Küche nur mit Atemschutz betreten. Wer das tut, darf sagen: Mein Herz schlägt für die Gesundheit. Und wenn es dann doch einmal stolpert, kann man immer noch behaupten, es sei an einem Herzinfarkt gestorben, den man selbst verursacht hat. Das ist immerhin ehrlicher, als zu behaupten, es wäre am Fernseher gestorben.