Wer hätte gedacht, dass es mal einen Trainer geben würde, der den Satz "Siegen oder fliegen" so wörtlich nimmt, dass er seine Spieler schon in der Kabine auf Fallschirmsprünge vorbereitet? Ismail Atalan steht vor dem sportlichen Abgrund und sieht aus, als hätte er gerade den Notruf für seine eigene Stelle gewählt.
Der WAC-Vorstand soll schon Agenten vorinformiert haben, damit diese beim Absturz des Trainers gleich auch noch die Kabine ausräumen können. Im Fußball geht es ja schließlich nicht nur um Punkte, sondern auch um die richtige Timing des Möbelverkaufs. Und falls Atalan tatsächlich noch einmal gewinnt, wird der Verein ihn wahrscheinlich im Länderspielpause durch ein Fitnessgerät ersetzen – etwas, das tatsächlich mal Tore schießt.
Die einzige Hoffnung ruht auf Jessic Ngankam, der geradezu missionarisch verkündet: "Ich bin voll fit, werde von Woche zu Woche stärker." Klingt fast so, als würde er gerade einem Infomercial für Proteinpulver vorsprechen. Atalan hofft, dass der Frankfurter Leihgabe mehr Einsatzminuten die Negativspirale beenden – oder zumindest die Zeit bis zum nächsten Trainerwechsel überbrücken.
Währenddessen sorgt Didi Kühbauer für Schlagzeilen, die eher in eine Trash-TV-Show als in einen Sportteil gehören. Nach seinem Derby-Coup mit dem LASK verweigerte er Ried-Trainer Senft das obligatorische Handschlag-Ritual. Nicht nur das: Er jubelte absichtlich in Richtung der gegnerischen Fans, als würde er gerade eine Reality-Show moderieren, bei der es darum geht, wie viele Leute man in zehn Sekunden wütend machen kann.
Die Folge? Einige Fans stürmten den Platz, um Kühbauer "ans Leder zu wollen", wurden aber von Rieder Spielern und Ordnern gerade noch abgefangen. Man fragt sich, ob Kühbauer nicht einfach ein neues Sportkonzept erfunden hat: Fußball trifft auf Gladiatorenkampf trifft auf Montagestammtisch-Pöbel.
Krönender Abschluss: Michael Sollbauer, ehemaliger WAC-Spieler unter Kühbauer, durfte sich während des Spiels und im Kabinengang "wüst beschimpfen" lassen. Angeblich ging es um "Aussagen unter der Gürtellinie" und "sehr persönliche Ebene". Übersetzt heißt das wohl: Kühbauer hat sich anscheinend zum Ziel gesetzt, den Kabinengang zum neuen Austragungsort für Reality-TV-Drama zu machen.
Sollbauer, der das Ganze kopfschüttelnd kommentiert, bringt es auf den Punkt: "Das zeigt die wahre Persönlichkeit Kühbauers." Ja, lieber Didi, das zeigt sie in der Tat. Und sieht aus wie eine Mischung aus unzufriedenem Schrebergärtner und Influencer, der gerade festgestellt hat, dass seine Reichweite sinkt.
Im Fußball wird immer behauptet, die Kabine sei eine heilige Stätte. Nach diesen Enthüllungen wissen wir: Manchmal ist sie auch nur eine Bühne für emotionale Volltrottel, die ihre Midlife-Crisis mit lauter Stimme und noch lauterem Jubeln kompensieren. Und während Atalan noch um sein Überleben kämpft, bereitet sich Kühbauer wahrscheinlich schon auf die nächste Saison vor – als Reality-TV-Star mit eigenem Format: "Kühbauers Kabinen-Kuddelmuddel".