Es ist eine Ironie des modernen Krieges, dass der beste Freund des Soldaten zugleich sein größter Verräter sein kann. In diesem Fall handelte es sich um eine bescheidene Fitness-Uhr, die dem tapferen Verteidiger der Republik beim Joggen um den Flugzeugträger herum half, seine Kalorienbilanz im Auge zu behalten. Was er dabei nicht bedachte: Die App auf seinem Smartphone speicherte nicht nur seine sportlichen Leistungen, sondern auch die genaue Position des Schiffes.
Die Daten landeten prompt in den Händen von Personen, die offenbar mehr Interesse an der Aufenthaltsort des französischen Militärs haben als an der Fitness-Routine eines einzelnen Soldaten. Nun wird spekuliert, ob es sich um neugierige Hobby-Geografen, ambitionierte Konkurrenten im Bereich der Seemacht oder schlichtweg um eine Gruppe von Menschen handelt, die schon immer wissen wollten, wie viele Runden man um einen Flugzeugträger herumkommen muss, um die täglichen Schritte zu erreichen.
Die französische Marine reagierte umgehend mit einer strengen Anweisung: Alle Soldaten müssen ihre Fitness-Tracker ab sofort vor Betreten des Schiffes abgeben oder zumindest den "unsichtbar für andere" Modus aktivieren. Das führte zu einer unerwarteten Nebenwirkung: Die Besatzung des "Charles de Gaulle" ist nun so fit wie nie zuvor, da jeder Schritt und jede geschwommene Bahn auf dem Schiff nun wirklich nur noch dem persönlichen Training dient.
Manche Beobachter spekulieren bereits über die nächste Evolutionsstufe dieser Entwicklung. Wird es bald spezielle Tarnanzüge geben, die nicht nur das sichtbare Licht brechen, sondern auch sämtliche Fitness-Daten verschlüsseln? Oder müssen künftige Kriegsschiffe mit speziellen Abschirmkabinen ausgestattet werden, in denen die Soldaten ihre Jogging-Runden drehen können, ohne dabei von neugierigen Apps beobachtet zu werden?
Die Sache hat auch eine philosophische Dimension: Was nützt die modernste Waffentechnik, wenn der Feind durch eine simple Fitness-App alles über die Position des Schiffes erfährt? Vielleicht sollten wir in Zukunft darüber nachdenken, ob nicht manchmal die alten Methoden doch die besseren sind. Ein echtes U-Boot zum Beispiel hinterlässt keine digitalen Spuren beim Joggen.
Unterdessen hat der tapfere Soldat, der ungewollt zum Star dieser Geschichte wurde, eine wichtige Lektion gelernt: Beim nächsten Mal wird er vielleicht lieber Liegestütze auf dem Deck machen oder die Treppe zum Kommandoraum öfter benutzen. So bleibt der Standort des Schiffes geheim und seine Fitness-App rätselt vergeblich, wo sich ihr Besitzer gerade aufhält.