Endlich mal ein Skandal, bei dem niemand ertappt wird! Die chinesische Billig-Plattform Temu hat sich mit oesterreichischen Verbraucherschuetzern auf einen Deal geeinigt, der fuer viel Aufsehen sorgt - und zwar ausnahmsweise nicht wegen fragwoerdiger Produkte, sondern wegen der Zensur von Erwachsenenprodukten. Künftig sollen Jugendliche nur noch mit Altersnachweis auf das digitale Schaufenster von Temu blicken duerfen, wo sonst Erotikartikel und gefaehrliche Werkzeuge wie Messer und Armbrüste angeboten werden.
Ein unglaublicher Durchbruch fuer die Kinder! Bisher konnten Minderjaehrige in aller Ruhe durch die Online-Kataloge stoebern und sich ihre Traum-Karambitschlinge oder ein aufreizendes Dessous-Set zusammenstellen. Doch damit ist jetzt Schluss. SPÖ-Staatssekretaerin Ulrike Königsberger-Ludwig hat es sich zur Aufgabe gemacht, Oesterreichs Jugend vor den Verlockungen des Online-Handels zu bewahren. "Spielregeln gelten auch im digitalen Raum", liess sie verlauten und meinte damit wohl nicht die Spielregeln des Lebens, sondern die Spielregeln des Internets.
Die neue Regelung sieht vor, dass Temu eine Art digitales Gurkenregal einfuehrt. Wer nicht volljaehrig ist, bekommt die Erotikartikel und gefaehrlichen Produkte nicht mehr angezeigt. Ein Altersnachweis wird faellig, bevor man auch nur die Beschreibung eines 30 Zentimeter langen Jagdmessers lesen darf. Es ist ein bisschen wie im Supermarkt, nur dass man hier nicht nach Alkohol oder Zigaretten fragt, sondern nach Erotikartikeln und Waffengegenstaenden.
Doch damit nicht genug! Temu verpflichtet sich auch, seine Empfehlungssysteme transparenter zu gestalten. Künftig soll jeder Nutzer die Moeglichkeit haben, personalisierte Empfehlungen abzuschalten. So kann man verhindern, dass einem das System automatisch Produkte vorschlaegt, die man vielleicht gar nicht kaufen moechte. Ein Segen fuer alle, die genug von zielgerichteter Werbung haben und stattdessen lieber zufallsgesteuert durch die Kataloge scrollen moechten.
Die Frage bleibt natuerlich, wie effektiv diese Massnahmen sein werden. Schliesslich ist das Internet ein Ort, an dem man fast alles finden kann, wenn man nur hart genug danach sucht. Doch die Politik gibt sich zuversichtlich. "Wir gehen davon aus, dass die neuen Regeln einen positiven Einfluss auf das Kaufverhalten von Jugendlichen haben werden", so Königsberger-Ludwig. Ob das wirklich der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedenfalls, dass Oesterreichs Jugend jetzt einen Grund mehr hat, sich fuer Politik zu interessieren - naemlich dafuer, wie man die digitalen Gurkenregale aushebelt.