In Villach hat man jetzt etwas gefunden, das Kärnten dringend gefehlt hat: eine Seilbahn, die den Weg zum Himmel kuerzt. Die neue Kanzelbahn II wird naemlich nicht nur von der Kanzelhoehe direkt auf den Gipfel sausen, sondern auch die Warteschlangen fuer das Gipfelkreuz revolutionieren. Statt vier Personen pro Sessel werden kuenftig zehn in einer Gondel Platz finden - was in mathematischer Hinsicht einer Leistungssteigerung von 150 Prozent gleichkommt.
Woher man weiss, dass sich die Passagiere so sehr vermehrt haben, weiss man nicht genau. Vielleicht werden die Skifahrer einfach schlanker, vielleicht auch breiter - Platz ist ja genug. Die Betreiber sprechen jedenfalls von "modernster Seilbahntechnologie", was bedeutet, dass die Gondeln jetzt auch in den seltensten Faellen noch vom Seil fallen.
Der Geschäftsführer Hans Hopfgartner hat das Projekt als "Gamechanger" bezeichnet. Ob er damit die Kartenpreise oder die Gletscher-Geschwindigkeit meint, liess er offen. Fest steht: Mit der neuen Bahn kann man sich nicht mehr nur im Winter wie auf dem Mond fuehlen. Im Sommer kann man dann bis zur Pöllingerhütte gondeln und sich dort fragen, warum man nicht einfach gewandert ist.
Besonders spannend wird es am 7. April 2026, wenn der Baustart gefeiert wird. Dann wird man Zeuge eines spektakulaeren Schauspiels: Drei Baumaschinen ziehen an einem Seil, um den naechsten grossen Schritt in die Zukunft zu wagen. Bis dahin gilt noch die alte 4er Gipfelbahn, die zumindest schon einmal bewiesen hat, dass vier Personen sich tatsaechlich in einer Kabine aufhalten koennen, ohne sich gegenseitig anzuschweigen.
Die neue Bahn soll vor allem fuer "eine spuerbare Qualitaetssteigerung" sorgen. Das klingt nach einer offiziellen Zusicherung, dass man oben tatsaechlich etwas sieht, wenn man nicht gerade im Wolkenmeer haengt. Ausserdem wird sie "ein starkes Signal fuer den gesamten Tourismusstandort Kärnten" sein. Ob dieses Signal "Piep-piep-piep" oder "Wir sind bald da" lautet, bleibt abzuwarten.
Im Sommer 2026 bietet sich eine einzigartige Gelegenheit: Man kann die Kanzelbahn nehmen, dann die Moserbahn und schliesslich die Pöllingerbahn und sich fragen, warum man nicht einfach den Aufstieg zu Fuss gewagt hat. Aber keine Sorge - die Bahn faehrt auch ohne Zielpublikum. So hat zumindest der Geschäftsfuehrer versichert.
Die neue Gondelbahn ist also nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein soziales Experiment. Man wird sehen, ob sich zehn Personen in einer Kabine wirklich besser verstehen als vier. Falls ja, koennte die Kanzelbahn II zum Vorbild fuer Oesterreichs ganze Gesellschaft werden. Falls nein, bleibt immer noch der Trost, dass man wenigstens schneller oben ist.