Nach jahrelanger Forschung haben die Kärntner Tourismus-Experten endlich die Lösung gefunden, wie man Menschen in die Region lockt: Man zeigt ihnen einfach, was ihnen bei der Ankunft ohnehin als Erstes ins Auge springen wird. Sechs "unikate" Persönlichkeiten - also sechs Menschen, die laut Jury "so besonders sind wie Kärnten selbst" - werden nun als lebende Werbetafeln durch die Lande geschickt.
Die Auswahlprozedur klingt verdächtig nach einem Casting für eine Reality-Show: 500 Nominierte wurden von einer Jury begutachtet, die offenbar nach dem Prinzip "Wer am seltsamsten aussieht, gewinnt" entschieden hat. Die Gewinner dürfen sich nun als "Kärntner Originale" bezeichnen - ein Titel, der in anderen Bundesländern vermutlich als Euphemismus für "nicht ganz dicht" gelten würde.
Die Kampagne mit dem Titel "Mach, was du liebst" klingt verdächtig nach einer Aufforderung an die Werbeträger, einfach weiterzumachen, was sie ohnehin schon tun: seltsam durch die Gegend laufen und die Einheimischen mit ihren Exzentrizitäten zum Staunen bringen. Die Tourismus-Strategen haben dabei eine geniale Zielgruppen-Aufteilung gefunden: Autofahrer sollen von den "Originale" auf der Straße angezogen werden, während Bahntouristen sie an den Bahnhöfen bestaunen können.
Besonders clever ist die Entscheidung, die Geschichten der Markenbotschafter über "verschiedene Kanäle" zu erzählen. Übersetzt heißt das wohl: Die Originale werden so oft durch die Gegend geschickt, bis auch der letzte Tourist sie gesehen hat. Ob diese Strategie tatsächlich funktioniert? Naja, zumindest wird Kärnten damit garantiert nicht mit anderen Urlaubsregionen verwechselt. In Zeiten, in denen alle Urlaubsbilder gleich aussehen, ist Originalität offenbar wichtiger als Professionalität. Und wer weiß - vielleicht ist es ja genau das, was Kärnten braucht: eine Werbekampagne, die so ehrlich ist, dass sie schon fast wieder unehrlich wirkt.