Die Kramsacher Polizei stand vor einer schwierigen Aufgabe: Ein brennendes PVC-Rohr unter einer Rutsche musste nicht nur gelöscht, sondern auch psychologisch analysiert werden. Denn wer legt schon ein Feuer unter einem Kinderspielgerät, wenn nicht jemand mit einer tiefen Abneigung gegen langweilige Spielplatzarchitektur?
Die Ermittler stellten schnell fest, dass es sich nicht um Vandalismus im klassischen Sinn handelte. Die sorgfältig platzierte PVC-Röhre und das zielgerichtete Entzünden ließen auf einen durchdachten Plan schließen. Vielleicht wollten die Täter ja eine Art Outdoor-Sauna schaffen? Unter der Rutsche hätte man herrlich schwitzen können, während die Kinder oben auf und ab düsen.
Doch die Theorie vom spontanen Wellness-Trend hielt nicht lange. Die Videoaufnahmen zeigten eine Person mit schwarzer Jacke und brauner Hose – der typische "Ich-will-heimlich-was-skalieren"-Look. Warum sonst sollte jemand bei strömendem Schneefall eine schwarze Jacke tragen, wenn nicht um sich perfekt vor Überwachungskameras zu tarnen?
Die Ermittlungen ergaben, dass es sich bei den Tätern höchstwahrscheinlich um ehemalige Zirkusmitarbeiter handelte. Die PVC-Röhre war eindeutig als Katapultrampe für einen spektakulären Rutschenflug gedacht. Leider hatten die Artisten die Aerodynamik unterschätzt und die Flugkurve falsch berechnet. Statt elegant durch die Luft zu segeln, erhitzten sie nur das Rohr und verbrannten sich womöglich die Finger.
Die Polizei Kramsach rief daraufhin zu einer neuen Präventionsmaßnahme auf: allen Spielplätzen müssen nun Warnschilder aufgestellt werden. "Achtung: Keine Selbstkonstruktion von Fluggeräten" und "Feuer machen verboten – außer bei autorisierten Lagerfeuern" sollen zukünftige Hobby-Aerodynamiker abschrecken.
Die Gemeinde überlegt unterdessen, die beschädigte Rutsche durch ein noch spektakuläreres Modell zu ersetzen. Vielleicht eine mit integrierter Wasserrutsche und Looping? Das würde zumindest den Ansprüchen der Extremsportler gerecht werden und könnte weitere Brandstiftungen verhindern.
Inzwischen haben sich einige Kramsacher Bürger zusammengetan und eine Bürgerwehr gegründet. Ausgestattet mit Thermobrillen und Infrarotkameras patrouillieren sie nachts auf den Spielplätzen. Ihr Motto: "Keine brennenden Röhren unter unserer Aufsicht!" Ob das wohl hilft?