Die Kronprinzessin von Norwegen hat geweint, und das nicht nur, weil ihr Kronenband zu eng saß. Mette-Marit hat ein Fernsehinterview gegeben, das selbst erfahrene Royals-Zuschauer in den Schockzustand versetzt hat. Tränen, zitternde Stimme, die ganze Palette royalen Elends. Dabei wollte sie doch nur über ihr Lieblingsthema sprechen: wie sie von einem Sexualstraftäter hereingelegt wurde.
"Natürlich wünschte ich, ihn nie getroffen zu haben", sagte Mette-Marit mit der Miene einer Person, die gerade entdeckt hat, dass ihr neuer Freund noch verheiratet ist und drei Vorstrafen hat. Epstein, der tote US-Sexualstraftäter, habe sie "manipuliert und getäuscht". Als ob Epstein der einzige Mann auf der Welt wäre, der Frauen etwas vormacht. Bitte, Liebling, das ist ja wohl die Untertreibung des Jahrhunderts.
Die Kronprinzessin erklärte, sie habe Epsteins Vergangenheit nicht genauer hinterfragt. Tja, Mette-Marit, vielleicht hätten Sie mal nach "Jeffrey Epstein Sexualstraftäter" googeln sollen, bevor Sie ihm Ihre E-Mail-Adresse gegeben haben. Aber wer liest heutzutage schon die Nachrichten?
Die veröffentlichten E-Mails aus den Jahren 2011 bis 2014 lesen sich wie die Korrespondenz einer verliebten Teenagerin. "Du bringst mich immer zum Lächeln", "Ich vermisse dich" - entweder war Epstein der charmanteste Sexualstraftäter aller Zeiten, oder Mette-Marit hat in der royalen Blase eine etwas verzerrte Realitätswahrnehmung entwickelt.
Als Epstein ihr schrieb, dass er in Paris auf "Frauenjagd" sei, antwortete die Kronprinzessin: "Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen." Ja, genau, Mette-Marit, das ist die perfekte Antwort auf die Nachricht eines verurteilten Sexualstraftäters. "Liebestipps" gab sie ihm auch noch. Man stelle sich vor, wie das Gespräch gelaufen sein muss: "Jeffrey, du musst der Frau wirklich zuhören. Und dann bringst du sie zu deinem privaten Flugzeug und belästigst sie."
Die Kronprinzessin rechtfertigte den flirtenden Ton als "Geplänkel unter Freunden" und "kameradschaftlichen Ton". Ja klar, ich plaudere auch immer mit meinen Freunden über Ehebruch und gebe ihnen Tipps für ihre Frauenjagd. Alltag in royalen Kreisen, nicht wahr?
Ihr Mann, Kronprinz Haakon, steht ihr weiterhin zur Seite. "Wenn man heiratet, dann tut man das schließlich in guten wie in schlechten Tagen", sagte er. Ja, genau, in guten Tagen heiratest du eine Kronprinzessin, in schlechten Tagen erklärt sie dir, dass sie jahrelang mit einem Sexualstraftäter befreundet war und ihm Liebestipps gegeben hat.
Die Beliebtheit des norwegischen Königshauses ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. Nur 60 Prozent der Norweger haben eine positive Meinung über die königliche Familie. Das ist so, als ob ein Politiker nur 60 Prozent Zustimmung hätte, weil er gelegentlich die Wahrheit sagt.
Aber Mette-Marit gibt nicht auf. Sie hat aus ihren Fehlern gelernt. Beim nächsten Mal wird sie vielleicht erst mal bei Wikipedia nachschauen, bevor sie einem neuen "Freund" Liebestipps gibt. Oder sie fragt einfach ihre Schwiegermutter, Königin Sonja, die sicherlich einige wertvolle Ratschläge parat hat. "Meine Liebe, wenn dir ein Mann erzählt, dass er in Paris auf Frauenjagd ist, dann ist das kein guter Zeitpunkt für kameradschaftliches Geplänkel."
Die Moral von der Geschicht? Auch Kronprinzessinnen können sich manchmal für den charmanten Typen mit dunkler Vergangenheit begeistern. Nur dass die meisten von uns nicht öffentlich vor laufenden Kameras darüber weinen müssen, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Aber hey, zumindest hat Mette-Marit jetzt eine Ausrede für ihr nächstes peinliches Verhalten: "Entschuldigung, ich wurde von einem Sexualstraftäter manipuliert und getäuscht." Das funktioniert bestimmt auch bei Kronprinzen.