Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft hat ihr neues Auswärtstrikot vorgestellt, und es ist ein echter Kaffeehaus-Traum. Das Design-Team von PUMA hat offenbar die glorreichen Tage der Wiener Kaffeehauskultur wiedererweckt - und dabei offenbar das eine oder andere Klischee aus der Mottenkiste geholt.
Das neue Jersey ziert ein marmoriertes Muster, das an die edlen Tische in den traditionsreichen Wiener Kaffeehäusern erinnern soll. Dazu kommen geschwungene goldene Linien, inspiriert vom Jugendstil. Was fehlt, ist nur noch der Duft nach frisch aufgeschäumter Milch und der Anblick von verzweifelten Studenten, die an ihrer Magisterarbeit schreiben.
"Es übersetzt die feinsinnige Kaffeehauskultur in ein modernes Performance-Jersey", erklärte Maria Kiebacher von PUMA. Man fragt sich, ob sie damit auch die typisch österreichische Angewohnheit meint, stundenlang über Gott und die Welt zu philosophieren, während draußen die Zeit vergeht.
Die Marketing-Abteilung des ÖFB scheint sich offenbar große Sorgen um die ästhetische Bildung der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gemacht zu haben. Endlich mal ein Trikot, das nicht nur Leistung verspricht, sondern auch Stil. Denn was nützt es, wenn die Mannschaft 90 Minuten lang über den Platz rennt, wenn sie dabei nicht auch noch tiefsinnig aussieht?
Die Spieler werden sich freuen: Endlich ein Trikot, das ihnen erlaubt, sich elegant fallen zu lassen, ohne dass der Schiedsrichter es bemerkt. Bei einem marmorierten Muster kann man ja kaum noch erkennen, ob jemand wirklich gefoult wurde oder nur eine theatralische Einlage hinlegt.
Und sollte die Mannschaft mal wieder in Rückstand geraten, kann sie ja einfach tiefsinnige Kaffeehaus-Sprüche von sich geben: "Das Leben ist wie ein Elfmeterschießen - manchmal gewinnt man, manchmal verliert man und manchmal endet es unentschieden." Der Gegner wird so verblüfft sein, dass er bestimmt den Ball verliert.
Bernhard Neuhold vom ÖFB erklärte stolz: "Gemeinsam mit PUMA haben wir ein Trikot entwickelt, das unsere Kultur reflektiert." Ja, genau, die Kultur des eleganten Scheiterns. Aber hey, zumindest sehen wir dabei gut aus!
Die Fans werden begeistert sein: Endlich können sie ihre Liebe zum Fußball mit ihrer Leidenschaft für Kaffeehäuser verbinden. Beim Public Viewing können sie dann stundenlang über das Spiel diskutieren, während sie einen Melange schlürfen und dabei so tun, als würden sie das Spiel tatsächlich verfolgen.
Ob das neue Trikot der österreichischen Mannschaft tatsächlich zu mehr Erfolg verhilft, bleibt abzuwarten. Aber eins ist sicher: Bei der nächsten Weltmeisterschaft werden die ÖFB-Spieler zumindest modisch eine gute Figur machen. Und wer weiß, vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere Intellektuelle ins Stadion, um die tiefsinnigen Gespräche am Spielfeldrand zu verfolgen.
In einer Welt, in der Fußball immer mehr zum Spektakel verkommt, ist es erfrischend zu sehen, dass der ÖFB den Wert der Ästhetik erkennt. Denn was bringt es schon, ein Spiel zu gewinnen, wenn man dabei nicht auch noch gut aussieht?
Also, liebe österreichische Fußball-Nationalmannschaft: Tragt euer neues Trikot mit Stolz! Zeigt der Welt, dass Österreich nicht nur für Musik, Kunst und Kaffeehäuser steht, sondern auch für eleganten Sport. Und sollte das Spiel mal nicht so laufen, wie ihr es euch vorstellt - dann setzt euch einfach auf die Ersatzbank, bestellt einen Kaffee und diskutiert über die existenzielle Bedeutung des runden Leders.