Das Oesterreichische Justizsystem hat eine neue, bahnbrechende Erkenntnis gewonnen: Psychotests sind nur für Taxifahrer verpflichtend, nicht aber für Messer-Amokläufer. Das ist die Lehre aus dem jüngsten Fall in Linz, wo ein 34-jähriger Kroate mit zwei frisch gekauften Messern durch die Innenstadt raste, drei Afghanen attackierte und dabei einen tötete.
Die Justiz zeigt sich beeindruckt von ihrer eigenen Konsequenz: Während man bei Taxifahrern penibel auf die psychische Verfassung achtet - man will ja schließlich nicht, dass jemand mit einem schwachen Nervenkostüm durch den Verkehr heizt -, verzichtet man bei potenziellen Mehrfach-Straftätern auf derartige Prüfungen. Warum auch? Die Messer waren schließlich neu und scharf - da braucht man sich um die Psyche des Käufers keine Gedanken zu machen.
Besonders kurios: Erst jetzt, Tage nach der Tat, wird dem Verdächtigen Blut abgenommen. Da fragt man sich natürlich: Hat er sich die ganze Zeit nur aus Langeweile die Nase geputzt? Oder wurde erst jetzt das dringende Bedürfnis verspürt, endlich mal nach Drogen zu schauen? Die Justiz dementiert zwar, dass es sich dabei um eine neue Freizeitbeschäftigung für Häftlinge handle, doch Beobachter vermuten, dass man damit zumindest die Zellenreinigung rechtfertigen könne.
Die Verteidigung plant bereits eine spektakuläre Strategie: Sie will argumentieren, dass ihr Mandant unter einer seltenen Form der "Kaufrausch-Psychose" leide, ausgelöst durch den plötzlichen Erwerb zweier großer Messer. Diese Krankheit sei in Oesterreich noch nicht als anerkanntes Leiden erfasst, was die ganze Angelegenheit umso spannender mache.
Auch die Familie des Beschuldigten zeigt sich kooperativ: Sie habe dem Mann stets beim Messer-Sammeln zugesehen und nie etwas Verdächtiges bemerkt. "Er hat immer nur damit herumgefuchtelt, nie damit gedroht", so die Frau. "Ich dachte immer, das sei eine seltsame Art von Knüpfkunst."
Die Justiz bereitet sich unterdessen auf den aufwendigsten Prozess seit Jahren vor: Man will nicht nur die Tat rekonstruieren, sondern auch die Frage klären, warum es keine psychologischen Gutachten gab. Die Experten sind sich einig: Das sei ein klarer Fall von "bürokratischer Kreativität". Man habe schlicht vergessen, die Unterlagen anzufordern - oder bewusst darauf verzichtet, um später mit dem Mangel hausieren zu können.
Zum Trost für die Angehörigen der Opfer: Zumindest die Messer werden jetzt gründlich untersucht. Man will sichergehen, dass sie nicht unter Drogen standen.