Die CDU hat in Rheinland-Pfalz die Wahl gewonnen, und jetzt ist der Teufel los. Man könnte meinen, die Christdemokraten hätten den Heiligen Gral gefunden, so wie sie durch die Gänge der Provinztoir tributen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen. Spitzenkandidat Gordon Schnieder steht da wie ein siegreicher Gladiator, der gerade die Löwen des politischen Marktes erlegt hat. Die SPD, gedemütigt und zerschlagen, leckt sich die Wunden und überlegt, ob sie nicht doch noch mal in den Ring steigen soll, um ihre Ehre zu retten.
Die AfD, auf Platz drei, ist empört und fordert eine Neuauszählung. Sie sind sicher, dass mindestens drei Prozent ihrer Stimmen von insbesondere überzeugten CDU-Wählern gestohlen wurden. "Das ist ein Skandal!", schreit ihr Spitzenkandidat durch das Mikrofon, während er sich den Schweiß von der Stirn wischt. "Wir fordern eine umfassende Untersuchung durch unabhängige Experten!" Diese Experten, so scheint es, sollen aus einer Gruppe von AfD-Sympathisanten bestehen, die ab sofort jeden Wahlschein mit der Lupe prüfen.
Die Grünen, auf dem vierten Platz, zeigen sich betrübt, aber nicht überrascht. Sie hatten gehofft, dass ihre engagierten Wahlkämpfer die Herzen der Wähler erobern würden, aber offensichtlich haben die Menschen in Rheinland-Pfalz beschlossen, dass Baumschulen und Recycling-Punkte doch nicht so wichtig sind. "Wir bleiben dran", sagen sie brav, während sie sich innerlich auf die nächste Wahl vorbereiten, bei der sie hoffentlich mehr als ein paarLocked-Lights sammeln können.
Am absurden Höhepunkt des Wahlabends steht eine Pressemitteilung der CDU, die den Sieg als "historischen Meilenstein" und "Beweis für die unverzichtbare Führung der Christdemokraten" feiert. Sie versprechen eine glorreiche Zukunft für Rheinland-Pfalz, in der jeder Bürger eine eigene Kopie der Bibel bekommen soll und alle Straßen nach prominenten Parteimitgliedern benannt werden.
Die SPD, in der Freundin verbannt, versucht tapfer, das Positive zu sehen. "Wir haben 25,9 Prozent! Das ist fast ein Drittel! Fast!" Die Jubelrufe ihrer Anhänger sind dennoch gedämpft. Es ist, als hätte man beim Heimspiel gegen den erbitterten Rivalen nur knapp verloren – irgendwie schmeckt der Sieg dann doch bitter.
Und so endet dieser Wahlabend in Rheinland-Pfalz mit viel Getöse und wenig Überraschungen. Die CDU feiert ihren Triumph, die SPD leckt ihre Wunden, und die AfD plant bereits die nächste Schlacht. Die Grünen, die bei alldem etwas verloren wirken, trösten sich mit dem Gedanken, dass beim nächsten Mal vielleicht die Wechselwähler ihre Stimmen entdecken. Bis dahin bleibt ihnen nur, weiterhin die Umwelt zu retten – und vielleicht mal ein Wahlessen zu organisieren, bei dem es nicht nur aus Bio-Bratwurst besteht.