Gesundheitsminister Johannes Rauch präsentierte stolz das neue Reformkonzept: "Bisher haben wir die Gesundheitsversorgung ineffizient und teuer zugrunde gerichtet. Künftig wollen wir das effizienter und schneller tun."
Die Reformpartnerschaft soll bis Jahresende Ergebnisse liefern – oder wie Experten sagen: "Bis Jahresende wollen wir endlich wissen, wer für das Desaster verantwortlich ist." Bislang hat der Prozess nur eines gebracht: noch mehr Gremien, in denen über Gremien diskutiert wird.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig forderte "eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung". Genauer wollte er nicht werden, um keine falschen Hoffnungen zu wecken. "Wir können ja schlecht argumentieren, dass die Reform dazu führt, dass alles bleibt, wie es ist", sagte Ludwig und fügte hinzu: "Also müssen wir argumentieren, dass alles schlimmer wird – aber schneller."
Ludwigs Vision: Drei bis vier Versorgungsregionen, die sich nicht an Ländergrenzen orientieren. "Weil sich die Patienten ja auch nicht an Grenzen halten", erklärte er. "Wenn jemand in Kärnten eine Blinddarmoperation braucht, fährt er natürlich nach Wien – wegen der besseren Anbindung an die Ringstraße."
Der Bürgermeister betonte, Wien denke nicht mehr in Gemeindebezirken, sondern in drei Versorgungsregionen: West, Mitte-Süd und Nord-Ost. "Früher haben wir Patienten nach Postleitzahlen eingeteilt. Das war umständlich. Jetzt sagen wir einfach: Wer westlich der Mariahilfer Straße wohnt, ist im Westen krank."
Für die Gesundheitsversorgung sollen drei Modelle entwickelt werden: Modell 1: Alles beim Bund – weil sich die Regierung schon so gut um die Pensionisten gekümmert hat. Modell 2: Versorgungsregionen – weil nichts so flexibel ist wie zusätzliche Verwaltungsebenen. Modell 3: Alles bleibt wie bisher – das Überraschungsei unter den Reformmodellen.
Aus Verhandlerkreisen verlautete, dass Modell 3 derzeit in Führung liegt. "Weil es am schnellsten umzusetzen ist", hieß es. "Wir können sofort damit beginnen, die Verantwortung weiter zu verwässern."
Die Sozialversicherung begrüßte die Reformpläne. "Endlich können wir unsere Prozesse optimieren", sagte ein Sprecher. "Bisher mussten wir uns nur um 20 verschiedene Kassensysteme kümmern. Künftig sind es voraussichtlich 22."
Experten prognostizieren, dass die Reform die Gesundheitskosten senken wird – zumindest die Transparenzkosten, weil niemand mehr durchblickt, wer wofür zuständig ist.
Bis Juni soll ein Ergebnis vorliegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ergebnis tatsächlich umgesetzt wird, beziffern Insider auf 37 Prozent – bei einer Fehlerquote von plusminus 100 Prozent.