Das slowenische Verkehrsministerium hat mit der teilweisen Aufhebung der Spritpreisregulierung einen Bocksprung ins Ungewisse gewagt. Was als wirtschaftspolitische Waffe gegen den Tanktourismus gedacht war, entpuppte sich als bürokratisches Pulverfass. An den Autobahntankstellen explodierten die Preise, während das Innenland noch unter dem Deckel der Regulierung schmoren durfte.
Stellen Sie sich vor, Sie sind ein durchschnittlicher Autofahrer aus K盲rnten. Sie rollen über die Grenze, voller Vorfreude auf die billigen Liter. Doch was erwartet Sie? Eine Preislandschaft, die verwirrender ist als die steirische Almweide. An manchen Tankstellen kostet der Liter Super so viel wie ein Prosecco in Graz, an anderen sparen Sie sich einen Urlaub auf Mallorca. Und das alles, weil die Regierung meint, mit halbherzigen Maßnahmen den Tanktourismus eindämmen zu können.
Die eigentliche Pointe: Während die Autobahntankstellen ihre Preise in luftige Höhen schrauben durften, blieben die ländlichen Zapfsäulen unter der strengen Regulierung. Ein Meisterstück der Ungleichbehandlung, das selbst den hartgesottensten EU-Bürokraten zum Schmunzeln bringen würde. Die Botschaft an die Autofahrer lautet: "Liebe Kunden, wenn ihr sparen wollt, müsst ihr euch durchs Hinterland schlängeln."
Die Regierung argumentiert, dass die Autobahnen ohnehin von Durchreisenden frequentiert werden, also könne man denen ruhig das Geld aus der Tasche ziehen. Eine Logik, die so durchsichtig ist wie das Windschutzglas nach einer Fahrt durch eine Mückenplage. Denn wer glaubt ernsthaft, dass nur noch Ausländer an den Autobahntankstellen zapfen? Die heimischen Pendler werden sich auch nicht lumpen lassen und ihre Tanks dort auffüllen, wo es angeblich teurer ist.
Der eigentliche Witz an der Sache: Während die Regierung mit ihren Regulierungen jongliert, bleibt der Tanktourismus unbeeindruckt. Die Österreicher und Italiener, die das preiswerte slowenische Benzin schätzen gelernt haben, werden sich nicht von ein paar Euro mehr abschrecken lassen. Sie werden ihre Routen anpassen, vielleicht etwas länger auf der Autobahn bleiben, aber am Ende werden sie tanken, wo es sich für sie rechnet.
So bleibt am Ende ein Bild, das an eine Comedy-Show erinnert: Eine Regierung, die mit der Preispolitik Pingpong spielt, Autofahrer, die sich durch ein Labyrinth aus Regulierungen und Preisschildern kämpfen müssen, und der Tanktourismus, der unbeeindruckt weiterwächst. Es ist die Tragikomödie der modernen Energiepolitik, aufgeführt an den Zapfsäulen Sloweniens.