Die Arena Nova in Wiener Neustadt hat offenbar aus der Vergangenheit gelernt: Wenn das Volk gegen euch aufsteht, sucht euch einen Sponsor. Nachdem die Einführung von vier Euro Parkgebühren bei den letzten drei Veranstaltungen fast zu einem Volksaufstand geführt hätte - zumindest zu einigen sehr unzufriedenen Facebook-Kommentaren -, hat man sich eine Lösung überlegt, die so innovativ ist, dass sie eigentlich nur in der Event-Branche funktionieren könnte.
Die ISS Facility Services springen als Sponsor ein und übernehmen die Parkgebühren. Das ist in etwa so, als würde ein Restaurant plötzlich fürs Trinkgeld aufkommen, weil die Gäste unzufrieden mit dem Essen waren. Gerald Stangl, Geschäftsführer der Arena Nova, freut sich "dass ISS dieses Engagement übernimmt, ein echter Mehrwert für unsere Gäste" sei. Man stelle sich mal vor, wie wertvoll das für die Besucher sein muss, wenn sie jetzt vier Euro sparen können, die sie ohnehin nie hätten zahlen müssen.
Die Arena Nova bedankt sich auch fürs "Feedback der Besucher", das ihnen geholfen habe, "unsere Veranstaltungen laufend weiterzuentwickeln". Mit anderen Worten: Wir haben fast einen Fehler gemacht, aber dann haben uns die Leute geschrieben, dass sie das blöd finden, und jetzt machen wir es nicht mehr. Das nennt man wohl agiles Event-Management.
Besonders beeindruckend ist, wie die Arena Nova diesen Vorgang als Erfolg verkauft. Man hat quasi versucht, den Leuten vier Euro fürs Parken abzuknöpfen, die Öffentlichkeit hat rebelliert, und jetzt feiert man sich selbst dafür, dass man es nicht durchgezogen hat. Es ist wie wenn ein Kleinkind kurz davor ist, die Vase vom Tisch zu stoßen, dann aber doch wieder weggeht, und die Eltern ihm dafür Beifall klatschen.
Die ISS Facility Services haben sich damit in eine interessante Rolle gebracht. Sie sind quasi die Helden, die die Arena Nova vor ihrem eigenen Geschäftsgebaren retten. Man kann sich schon die internen Memos vorstellen: "Liebe ISS, bitte übernehmen Sie die Parkgebühren, sonst gibt es nächste Woche wieder Proteste und schlechte Presse." Die Ironie dabei: Eine Facility-Management-Firma rettet eine Veranstaltungshalle vor schlechtem Facility-Management.
Was lernen wir daraus? In der Event-Branche kann man offenbar fast alles probieren, solange man im letzten Moment einen Sponsor findet, der den Schaden wieder gutmacht. Die Besucher haben vier Euro gespart, die Arena Nova hat ihre PR-Katastrophe abgewendet, und die ISS Facility Services haben eine sehr teure Form der Werbung betrieben. Alle sind glücklich - außer denen, die sich fragen, warum das Ganze überhaupt nötig war. Aber darüber redet ja jetzt keiner mehr. Hauptsache, das Parken ist wieder gratis.