Kitzbühel (Satire) - Nach dem spektakulären Konkurs des Vorgängers, der offenbar mit seiner ambitionierten Vision einer "veganen Fledermausbraterei" an der ökologischen Realität gescheitert war, zieht ein neues Gastronomie-Power-Paar in das traditionsreiche Steghaus am Schwarzsee. Ralf Berner und Stefan Monitzer, die bereits durch ihre revolutionäre Idee einer Schnitzel-Automatensäule in der Fußgängerzone von sich reden machten, versprechen eine "Revolution des Genusses mit bodenständiger Innovation".
"Wir haben die Gastronomie in Kitzbühel satt, die immer nur mit Bergluft und Alpenpanorama kokettiert", erklärt Berner, während er demonstrativ eine Currywurst mit Ketchup-Monokel in die Höhe hält. "Hier wird es eine Symbiose aus Tiroler Wirtshauskultur und Drive-in-Wurstsemmel-Autobahnraststätte geben." Monitzer ergänzt: "Unser Konzept ist einfach genial: Die Gäste bestellen über eine App, werden dann per Seilbahn-ähnlichem Förderband zu ihren Tischen gezogen und erhalten das Essen durch ein speziell entwickeltes Förderband mit integrierten Skistiefelhalterungen."
Die neue Ausrichtung sieht auch eine radikale Vereinfachung der Speisekarte vor. Statt der üblichen komplizierten Gerichte mit Namen, die man kaum aussprechen kann, gibt es fortan nur mehr drei Optionen: Die "Kitzbüheler Klassik" (Currywurst mit Pommes), die "Schwarzsee Spezial" (Currywurst mit Kartoffelsalat) und die "Monitzinger Deluxe" (Currywurst mit allem drum und dran). "Wir haben festgestellt, dass die Gäste vor allem eines wollen: schnell, unkompliziert und mit maximalem Genussfaktor versorgt werden", so Monitzer. "Und was ist unkomplizierter als eine perfekt zubereitete Currywurst?"
Besonders innovativ ist das neue Konzept der "ski-in, ski-out" Gastronomie. Die Gäste können direkt mit den Skiern ins Lokal fahren, an speziellen Halterungen andocken und sich durch das Förderbandsystem zu ihrem Tisch bringen lassen. "Wir haben die besten Ingenieure aus der nahen Skischuhfabrik beauftragt, ein System zu entwickeln, das auch bei voller Skibrillenbeschlagenheit funktioniert", erklärt Berner stolz. "Zusätzlich gibt es eine App, die den Gästen sagt, wann ihre Currywurst perfekt angerichtet ist."
Die Investitionen in die neue Ausrichtung waren enorm. Rund 2,3 Millionen Euro flossen in die technische Umrüstung, die Entwicklung der Skistiefel-Förderbandhalterungen und die Schulung des Personals im Umgang mit der neuen Technik. "Aber das ist eine Investition in die Zukunft", versichert Monitzer. "Wir rechnen damit, dass wir die Investition bereits nach der ersten Saison wieder drin haben, wenn jeder Gast im Durchschnitt drei Currywürste bestellt."
Die Reaktionen in Kitzbühel sind gemischt. Während die einen die mutige Innovation loben und bereits Reservierungen für die Eröffnungswoche tätigen, warnen Traditionalisten vor dem "Ausverkauf der Tiroler Wirtshauskultur". "Früher hat man sich hier noch richtige Gerichte bestellt", klagt ein älterer Herr mit Lederhose. "Jetzt gibt es nur mehr Currywurst mit verschiedenen Beilagen. Das ist doch kein Wirtshaus mehr, das ist eine Imbissbude mit Förderband!"
Die Betreiber lassen sich davon nicht beirren. "Wir leben im 21. Jahrhundert", kontert Berner. "Die Leute wollen schnell, unkompliziert und mit maximalem Genussfaktor versorgt werden. Und was ist unkomplizierter als eine perfekt zubereitete Currywurst?" Zum Abschluss verrät Monitzer noch ein weiteres Detail: "Wir planen außerdem eine Partnerschaft mit der örtlichen Skischule. Die Anfänger können nach ihrer ersten Abfahrt direkt ins Steghaus rollen und sich mit einer wohlverdienten Currywurst belohnen. Das nenne ich mal Rundum-Service."