Man könnte meinen, in Monaco hätte man in diesem Jahr die Weihnachtsfeier des Astronomie-Vereins mit der jährlichen Wohltätigkeitsgala verwechselt. Das Motto "Galaxie" wurde nämlich nicht nur in den Dekorationen zelebriert, sondern vor allem in den Garderoben der prominenten Gäste. Und wenn zwei Frauen im gleichen Raum stehen, die beide die genetische Veranlagung besitzen, Kleider zu tragen, die teurer sind als das BIP eines kleinen Entwicklungslandes, dann beginnt der intergalaktische Kalten Krieg.
Charlène von Monaco präsentierte sich in einem Kleid von Elie Saab, das aussah, als hätte ein Swarovski-Lagerbrand stattgefunden und das Überlebende Kleidungsstück dann an sie weiterverkauft. One-Shoulder-Schnitt, tausende Glitzersteine und die Ausstrahlung einer Person, die gerade entdeckt hat, dass ihr Handy-Akku nach drei Stunden leer ist. Man sah ihr förmlich an, dass sie sich wünschte, die Veranstaltung würde auf dem Mond stattfinden, damit sie mit diesem Outfit niemandem auf den Füßen stehen würde.
Caroline von Hannover dagegen setzte auf den "Ich bin die böse Königin aus einem Science-Fiction-Film, der niemals gedreht wurde"-Look. Ein funkelndes schwarzes Kleid mit Beinschlitz, kombiniert mit einer silbernen Chanel-Jacke, die aussah, als hätte jemand eine Aludose in die Mikrowelle gesteckt und das Ergebnis dann als Haute Couture verkauft. Die langjährige Freundin von Karl Lagerfeld bewies einmal mehr, dass sie auch nach dem Tod ihres Mode-Freundes noch immer genau weiß, wie man mit Materialien umgeht, die eigentlich für die Raumfahrt bestimmt waren.
Dazwischen tummelten sich Gäste, die offensichtlich nicht verstanden hatten, dass "Galaxie" kein Freifahrtschein für jeden möglichen Galaxie-im-Pfandhaus-Look ist. Prinzessin Akiko von Mikasa erschien in einem Outfit, das aussah wie eine gelungene Kollaboration zwischen einer Shinto-Priesterin und einem Las Vegas-Showgirl. Christian Louboutin, der Schuhdesigner, kam in einem Anzug, der die Frage aufwarf, ob er sich im Schrank von Ziggy Stardust bedient hatte.
Das Fürstenhaus Monaco versprach auf Instagram ein "elegantes Eintauchen in ein kosmisch inspiriertes Universum". Was die Gäste bekamen, war eher ein "elegantes Eintauchen in ein Universum, in dem jeder glaubt, die modische Antwort auf die Frage zu sein, was Carrie Fisher getragen hätte, wenn sie Star-Wars-Kostüme für den roten Teppich hätte designen müssen".
Alexandra von Hannover in ihrer zarten Silberrobe wirkte tatsächlich wie ein Wesen von einem anderen Stern. Leider nicht vom erleuchteten, fortschrittlichen Planeten, sondern eher von jenem, wo die Bewohner noch nicht entdeckt haben, dass es auch Farben außer Silber gibt. Beatrice Borromeo und Pierre Casiraghi, das Ehepaar, das aus der Reihe tanzte, wählten Outfits im Stil des alten Hollywoods. Man konnte fast hören, wie die anderen Gäste flüsterten: "Die beiden wissen offensichtlich nicht, dass wir alle verkleidet sind."
Der Rosenball, 1954 von Fürstin Gracia Patricia ins Leben gerufen, ist eine der wichtigsten Wohltätigkeitsveranstaltungen in Monaco und kommt der Princess Grace Foundation zugute. Dieses Jahr schien der Fokus allerdings eher darauf zu liegen, welcher Gast die meiste Galaxie auf seinem Körper unterbringen konnte, ohne dabei wie ein wandelndes Planetarium auszusehen. Die Princess Grace Foundation wird sich wohl damit trösten müssen, dass die Gäste zumindest etwas für die gute Sache gelitten haben - nämlich unter ihren Outfits.