Es war wie einer dieser Albträume, in denen man splitternackt im Klassenzimmer steht und die Lehrerin fragt, ob man das Periodensystem auswendig kann. Nur dass es diesmal die gesamte Fußballwelt war, die Zeuge dieser Blamage wurde. Die Admira, stolzer Tabellenführer und vermeintliches Fußballwunder, wurde gestern Abend von der Rapid-Reserve zerlegt wie ein Ikea-Regal bei einem Einzug ohne Aufbauanleitung.
Man hatte es sich so schön vorgestellt: Die Admira, unangefochten an der Spitze der Tabelle, würde über die Jung-Rapidler hinwegfegen wie ein Orkan über die Malediven. Stattdessen wurde man selbst zum Spielball der Umstände und musste sich am Ende mit 0:3 geschlagen geben. Eine Schmach, die schmerzt wie ein Tritt in die Weichteile bei einem missglückten Torjubel.
Doch was folgt nun? Krisensitzungen, sicher. Vielleicht sogar ein Trainerwechsel, obwohl der Coach eigentlich gerade dabei war, seinen Kaffee zu genießen und an nichts Böses zu denken. Und die Fans? Sie werden wohl oder übel einen langen Winter der Selbstzweifel und des Grübelns über verschwendetes Potenzial durchstehen müssen.
Doch wir wollen nicht undankbar sein. Immerhin hat uns dieses Spiel gezeigt, dass selbst der stolzeste Gockel irgendwann vom Hühnerstall geholt wird. Und vielleicht, ja vielleicht, liegt in dieser Demütigung ja auch eine Chance. Eine Chance, zu zeigen, dass man auch nach einem Sturz vom Fußballolymp wieder aufstehen und zurückkommen kann. Wie ein Phönix aus der Asche – oder zumindest wie ein säuerlich grinsender Käpt’n Iglo, der sein Schiff immerhin auch in den arschkältesten Gewässern wieder flott bekommt.