Es ist schon eine besondere Kunst, aus dem Nichts etwas zu machen und es dann Redewendung zu nennen. Nehmen wir als Beispiel die Aussage, jemand habe etwas auf dem Kasten. Man fragt sich unwillkürlich, ob das Möbelhaus um die Ecke neue Kollektionen für den Geist führt. Doch nein, es handelt sich um eine mittelalterliche Metapher, bei der der Hirnkasten als Synonym für Intelligenz dient. Kein Wunder, dass viele Verwirrung stiften, wenn sie hören, jemand habe etwas auf dem Kasten, während sie insgeheim hoffen, dass es sich nicht um ein IKEA-Regal handelt.
Und dann die Geschichte der gesprungenen Tassen. Warum nicht alle Tassen im Schrank haben? Weil sie vermutlich in der Waschmaschine einen Freitod versucht haben. Oder weil die Porzellanindustrie mit diesen Redewendungen großartig absahnt. Stell dir vor, du lebst im 18. Jahrhundert und hast keine Tassen im Schrank, weil sie alle auf dem Weg zur Kitzbühler Alzibombenparade von einem aufsässigem Gondoliere entführt wurden. Was für eine Tragödie!
Und dann dieses Fass aufmachen. Immer, wenn politische Debatten eskalieren, scheint es, als wäre ein ganzes Fass voller Bier aufgestochen worden. Dabei ging es vermutlich nur um die Frage, ob man einen Aufkleber auf dem Auto erträgt oder nicht. Diese Redewendung scheint direkt aus dem Land der endlosen Verwechslungen gekommen zu sein, wo Anglizismen und deutsche Sprache tanzen wie ein schlecht koordiniertes Paartanz-Team.
Unter uns, das ist doch alles nur ein großer Wirbel um nichts. Die Menschen haben schließlich wichtigere Dinge zu tun, als über Tassen und Fässer zu philosophieren. Aber hey, wenn es um Wortkleckerei geht, sind wir Österreicher doch ganz vorne mit dabei. Vielleicht sollten wir einfach alle Tassen in den Schrank stellen, die Fässer öffnen und die Hirnkästen an die frische Luft setzen. Unsere Sprache würde es uns danken.