In Tirol gibt es offenbar ein Wundermittel, das in keinem Zahnpasta-Test vorkommt: Das eigene Tiroler Blut. Während anderswo Kinder beim Anblick einer Karotte noch weinen, lächeln die Tiroler Sechsjährigen mit Zähnen, die Hollywoodstars vor Neid erblassen lassen. 72 Prozent kariesfrei – wer hätte gedacht, dass der wahre Heilige Gral ein Milchzahn ist?
Experten vermuten, dass die saubere Alpenluft nicht nur die Lunge reinigt, sondern auch die Mundflora revolutioniert. Vielleicht liegt es auch am strengen Wintersporttraining: Wer täglich stundenlang gegen eisige Böen anbeißen muss, entwickelt automatisch einen Panzer aus Zahnschmelz. Oder ist es die Jause nach dem Skikurs? Anstelle von Gummibärchen gibt es hier offenbar durchsichtige Karottenstäbchen, die nach Siegermentalität schmecken.
Die Zahngesundheitsvorsorge in Tirol geht weit über Zähneputzen hinaus. In manchen Gemeinden wird schon im Kindergarten die Zunge auf Härte und Glanz geprüft. Wer bei der "Mundhygiene-Matura" durchfällt, muss zur Strafe Radieschen lutschen, bis die Backen glühen. Karies? Das ist hier ein Fremdwort – und zwar in allen drei Landessprachen.
Auch die Wirtschaft profitiert. Tiroler Zahnärzte klagen über sinkende Patientenzahlen. Manche überlegen, ihre Praxen in Schokoladenläden umzuwandeln, nur um den Kindern wieder etwas zum Knirschen zu geben. Andere bieten bereits "Smile-Coachings" für auswärtige Prominente an, die für 500 Euro pro Sitzung lernen, wie man ein Tiroler Lachen imitiert.
Die Wissenschaft staunt. Angeblich haben Forscher in Innsbruck ein Gen entdeckt, das Karies praktisch unmöglich macht – und gleichzeitig den Hang zum Jodeln fördert. Allerdings warnen sie: Wer das Gen exportiert, riskiert, dass Bayern bald behauptet, es sei schon immer ihres gewesen.
Zum Abschluss noch eine Pointe für alle Nicht-Tiroler: Warum lächeln die Kinder hier so oft? Weil sie wissen, dass ihre Zähne auch im Dunkeln leuchten – und das nicht nur, weil sie gerade eine Alpenmilch-Schokolade gegessen haben.