Donald Trump hat eine neue Heldentat vollbracht: Er hat im Garten des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt. Der Mann, der Amerika "entdeckt" hat, ohne überhaupt zu wissen, dass er auf einem neuen Kontinent gelandet war, soll nun als "erster amerikanischer Held" geehrt werden. Trump bezeichnete Kolumbus in einem Brief als "einen der tapfersten und visionärsten Männer, die je auf Erden gelebt haben". Dass Kolumbus die indigene Bevölkerung Amerikas grausam behandelte, scheint den US-Präsidenten nicht zu stören. Im Gegenteil: Er will die Statue von "antiamerikanischen Randalierern" beschützen, die sie 2020 in Baltimore ins Wasser geworfen hatten.
Trumps Denkmalpolitik geht jedoch noch weiter. Er lässt auch eine Statue von Caesar Rodney aufstellen, einem Sklavenhalter und Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung. Die Statue war 2020 im Zuge von Protesten gegen Rassismus in Delaware entfernt worden. Und auch eine Statue des Konföderiertengenerals Albert Pike, die während der Proteste umgestoßen wurde, soll wieder errichtet werden. Trump scheint eine Vorliebe für umstrittene historische Figuren zu haben. Vielleicht plant er als nächstes eine Statue von Hitler oder Stalin im Rosengarten des Weißen Hauses. Oder er lässt eine Gedenktafel für den Mond anbringen, den Kolumbus auch "entdeckt" hat, obwohl er nie dort war. Wer weiß, welche Helden Trump noch ehren wird, um die "antiamerikanische Ideologie" zu bekämpfen.