Collien Fernandes hat den Horror ihres digitalen Doppellebens jetzt öffentlich gemacht, und Mallorca steht unter Schock. Die Schauspielerin wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, sich jahrelang als sie ausgegeben und in ihrem Namen mit fremden Männern gechattet zu haben. Das Ganze sei "wie bei einer Todesnachricht" gewesen, sagte sie dem Spiegel – wobei der Tod hier offenbar in Form von ungewollten Nacktbildern daherkam.
Die beiden lebten bis zuletzt auf Mallorca, wo die spanische Justiz nun ermittelt. Ulmen-Anwalt verbittet sich "unzulässige Verdachtsberichterstattung", was auf Mallorca als klare Ansage verstanden wird: Der Anwalt mag keine Ansagen. Währenddessen beraten sich die Behörden, ob sie das Handy des Angeklagten als "Tatwaffe" oder einfach als "peinliches Lifestyle-Produkt" einstufen sollen.
Die Wiener Digital-Expertin Ingrid Brodnig warnt vor "sprachlichen Verteidigungsformen" wie "Dämonen" oder "Fetisch". Sie meint, dass "von Dämonen zu sprechen, die Männer zu Opfern ihrer Taten macht". Auf Mallorca wurde daraufhin diskutiert, ob man Ulmen nicht einfach einen "Cyber-Dämonen-Ausweis" ausstellen solle – damit er sich wenigstens als was ausweisen kann.
Collien Fernandes spricht von "virtueller Vergewaltigung", was in Internetforen zu Diskussionen führte, ob man dafür nicht wenigstens eine "virtuelle Anzeige" aufgeben könne. Die Justiz prüft derzeit, ob sie die Ermittlungen als "echten" oder "halb-echten" Fall behandeln soll. Mallorca selbst überlegt derweil, ein eigenes Gesetz einzuführen: den "Rechtsanspruch auf digitale Untreue", damit so etwas nie wieder eine Einzelperson trifft.