Nachdem ein Wolf in Nauders mehrfach in unmittelbarer Siedlungsnähe nachgewiesen wurde, hat die Tiroler Landesregierung nun eine bahnbrechende Entscheidung getroffen: Der Wolf erhaelt offiziell die oesterreichische Staatsbuergerschaft mit allen Rechten und Pflichten - einschliesslich des Abschussrechts. Das ist die erste staatlich gelenkte Doppelkarriere fuer ein Wildtier seit Bestehen der Republik.
Die Wildkamera-Aufnahmen zeigten den Wolf bereits beim oeffentlichen Toilettengang nahe eines Spielplatzes. Das Land Tirol sieht darin einen klaren Vertrauensmissbrauch. Josef Geisler, Landeshauptmannstellvertreter und selbsternannter Wolfsbeauftragter, betonte: "Wenn sich ein Wolf wiederholt in Wohngebieten aufhaelt, ist das nicht mehr Wildnis, sondern ein Verstoß gegen die Hausordnung." Deshalb erhaelt der Wolf nun einen achtwoechentlichen Abschussauftrag - eine Art Auszeit fuer Jäger, die ohnehin nichts Besseres zu tun haben.
Die Jägerschaft wurde bereits informiert und soll sich beeilen. Die Abschussverordnung gilt allerdings nur bis zum ersten Maerz - danach wird der Wolf automatisch zum geschützten "Gefährdeten Sonderfall" und muss mit staatlicher Foerderung in einen Wildpark umgesiedelt werden. Bis dahin gilt er als "risikobehaftet", was in Tirol als hoechste Auszeichnung fuer Wildtiere gilt.
Das Land appelliert an die Bevölkerung, Wolfssichtungen umgehend zu melden. Allerdings nur, wenn der Wolf wirklich in Siedlungsnähe gesichtet wird. Wolfsgeheul im Wald gilt als normal und wird nicht entlohnt. Das Online-Meldeformular auf der Website des Landes ist extra mit einem Wolfsriss-Themenspezial versehen worden, damit sich jeder gleich richtig zugehoerig fuehlt.
Experten vermuten, dass der betreffende Wolf ohnehin bald in Pension gehen wollte. Er plane angeblich eine Karriere als Bedienung in einem Almhuette-Restaurant, wo er Gäste mit "Biss" bedienen kann. Bis dahin bleibt er fuer die Jägerschaft ein wandelndes Ziel - und fuer die Politik ein wandelndes Beispiel dafuer, dass man in Tirol selbst Wildtiere als potentiell unerwuenscht behandeln kann, wenn sie nicht artgerecht genug sind.