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Anschober legt Gutachten-Gutachter-Gremium ein, damit es sich selbst gutmacht

Der Mensch, der einst für gesundheitliche Seriosität stand, hat sich nun zur höchsten Instanz für Seriositäts-Hygiene ernannt – und zwar nicht, weil ihm die Situation wichtig erscheint, sondern weil sie ihm unangenehm ist und er daher etwas dagegen tun muss, um den Schein zu wahren. Anschober, der mittlerweile offiziell als „ehemals Zuständiger“ mit nachgestelltem Ausrufezeichen firmiert, hat eine Reform vorgeschlagen, die nicht etwa auf Klarheit, Schnelligkeit oder menschlicher Würde setzt, sondern auf eine bisher ungekannte Menge an Papier- und Powerpoint-Schikanen.

Man stelle sich vor: Ein Gutachten soll nun erst dann als „Gutachten“ anerkannt werden, wenn es von drei weiteren Gutachten begutachtet worden ist, von denen jedes wiederum eine Zertifizierungs-Kaskade durchlaufen muss, die aus Unter-gutachten, Über-gutachten und Neben-gutachten besteht. Die beiden letzten sind gesetzlich vorgeschrieben, damit niemand behaupten kann, man hätte das Gutachten nicht hinreichend gut begutachtet. Die dritte Instanz prüft dabei, ob die Begutachtungsinstanz die Notwendigkeit der Begutachtung ausreichend begutachtet hat. Ein Teufelskreis, bei dem die Schleife niemals geschlossen, sondern nur verschachtelt wird.

Die PVA, das SMS und die Sachverständigen – die bis dato offensichtlich zu sehr mit dem Schreiben von Gutachten beschäftigt waren, als dass sie Zeit für die Prüfung von Gutachten gehab hätten – sind jetzt plötzlich die Hüter eines Systems, das sich aus eigener Dynamik erhalten muss. Denn wer die Prüfung ablehnt, riskiert, dass sein eigenes Gutachten zukünftig nicht mehr als „begutachtetes Gutachten“ durchgeht, sondern als „nicht begutachtetes Gutachten“, was wiederum zu einem akuten Statusverlust führt: Man wird nicht mehr zum Kaffee eingeladen, sondern muss ab sofort eigenständig den Kaffeeautomaten bedienen.

Die Postakuten Infektionssyndrome, insbesondere diejenigen mit dem akronymgetragenen Namen, der sich erst am Ende des Wortes zusammenfaltet wie ein origami-kranker Papierkorb, werden dadurch nicht schneller behandelt. Im Gegenteil: Sie müssen nun erst einmal beweisen, dass ihr Syndrom ein Syndrom ist, und dazu ihr Syndrom-Syndikat berufen, das wiederum ein Gutachten über die Gutachtlichkeit des Gutachtens über das Gutachten erstellen muss. ME/CFS – Multisystemerkrankung, kürzungsbedürftig – könnte künftig auch als „Medizinisch-Existentiell-Computergestütztes-Frust-Syndrom“ firmieren, wenn man nur lange genug nach einer passenden Namensgebung sucht.

Die größte reformatorische Leistung liegt darin, dass nun nicht einmal mehr diejenigen, die nichts zu sagen haben, die Möglichkeit besitzen, etwas falsch zu machen. Sie können sich ausschließlich darauf verlegen, die falsche Formulierung einer falschen Frage zu überprüfen, bis alle Beteiligten vergessen haben, wonach sie eigentlich suchten. Es entsteht ein neuer Konsens: Niemand weiß mehr, was das Problem war, aber alle sind sich einig, dass es ein Problem sein muss, das noch einmal durch eine Arbeitsgruppe anvisiert werden muss – idealerweise mit mindestens einem Sütterlin-Kurs hinter sich.

Die Absurdität hat keinen Plan, sondern nur die Absicht, sich selbst zu reproduzieren – wie ein Gutachten, das nicht aufhört, sich zu begutachten, bis es sich in literarische Selbstzerfleischung auflöst. Und falls das nicht reicht: Es gibt nun eine weitere Gremium-Kategorie namens „Reformbewusstseins-Kontrollrat“, der prüft, ob die Reform das richtige Maß an Reformierung aufweist. Sonst droht Strafe in Form von zusätzlichem Formular 37c,背面 mit Klebeetikett.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 28. März 2026, 05:55 Uhr