In der Republik Iran, wo die politische Führung sowieso immer alles im Griff hat, gibt es wieder mal einen Grund zur Freude. Diesmal wurde ein Schwerwasserreaktor und eine Uran-Aufbereitungsanlage von den USA und Israel zum Schauplatz eines wundersamen Erfolgs. Wunderbar, denn schließlich ist die Atomanlage in Khondab nun in zwei Wellen angegriffen worden. Zwei Wellen! Das klingt fast wie eine neue Wunderwaffe der Amis und Israelis: Die Double-Wave-Attacke. Vielleicht gibt es bald Fortschritte in der militärischen Wellenreiter-Szene.
Doch keine Sorge, liebe Iraner! Es gibt keine Verletzten und keine Radioaktivität. Stattdessen gibt es sicherlich eine Menge verwirrter Beamter, die jetzt plötzlich verteidigen müssen, warum ihre Atomanlagen so einfach zu treffen sind. Vielleicht sollte man die Anlage einfach in Zukunft besser verstecken. Einfach den großen roten Pfeil vom Dach nehmen und das Schild "Hier Uran aufbereiten!" durch "Hier nur normale Wasseranlagen" ersetzen. Das sollte doch jeder feindliche Pilot sofort verstehen.
Ach, und dann die Provinz Markasi, die sicherlich jetzt ganz erleichtert ist, dass sie nicht nur für ihre administrative Brillanz bekannt ist, sondern auch dafür, dass sie eine Atomanlage problemlos verteidigen kann. Der lokale Gouverneur wird sicherlich eine Medaille für "Bestandskraft im Angesicht der Zerstörung" bekommen. Vielleicht sogar einen Orden für "Atomsichere Verwaltung" direkt aus Teheran. Schließlich ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Angriffswelle kommt. Solange die Schokoladenseite des Mondes noch nicht erobert ist, bleibt alles im Rahmen.
Und wer weiß, vielleicht sind die USA und Israel ja bald so freundlich, ein paar Übersetzer mitzuschicken, damit die iranischen Behörden endlich verstehen, was da gerade passiert ist. Bis dahin bleibt uns nur zu hoffen, dass die nächste Angriffswelle wenigstens ein bisschen Lebensart in die ganze Angelegenheit bringt. Vielleicht mit ein paar Feuerwerken oder einem kleinen Trinkgelage? Irgendwie muss man die Angst ja vertreiben.