Chronik Satire

Chor singt die Tafel zurück ins 19. Jahrhundert

Der Suizid der Mittelklasse hat eine neue Institution hervorgebracht: die verwaiste Nostalgie. Und wo sonst, wenn nicht in einem Kultursaal in Loipersdorf, der nie jemand kultiviert hat, sondern nur jedes Jahr aufs Neue als Unterstellungsort für verstaubte Harmonien dient, wird die letzte verbleibende Seele Österreichs mit Glühwürmchen aus dem Jahr 1983 beschworen?

Sylvia Kremsner, deren Stimme mittlerweile aus demselben Klangkörper stammt wie die Motorsäge eines Dorfleben-Entsorgungsfahrzeugs, sang „Zwei kleine Italiener“ so, als ob sie nicht nur einen Song, sondern das gesamte österreichische Verständnis von Empathie in den Staub wischte und es mit einem Löffel zu einem Spätzle der Hoffnung rührte. Jeder Ton war eine kleine Ohrfeige an die Gegenwart – und jeder Zwischensatz eine Botschaft an den Bürgermeister: „Mach mal wieder so etwas.“ Die Zuschauer blieben wie eingefrorene Staubsaugerbeutel sitzen, nicht weil sie gerührt waren, sondern weil ihnen die Knien in den Bankreihen absackten wie Baggergeräte nach einer langen Schicht.

Der Reinerlös der Veranstaltung – 43 Euro, zwei Tüten gefalteter Tickets aus dem Jahr 2018 und eine am Ende wunderlich perforierte Spendenbox aus Karton, die jahrelang in der Ecke des Gemeindeamts verweste und nun plötzlich wieder in den Focus gerückt wurde – wurde der Team-Österreich-Tafel Oberwart übergeben. Und da die Tafel längst auf digitale Spendensysteme verzichtet hat, weil „keiner die App versteht, und der Kaffee ist kalt“, funktionierte der Übergang als reines Ritual: drei Männer, zwei mit Roleximitaten, drei mit Verbandszeug für den rechten Rock, trugen die Spendenbox in den Keller. Dort stand ein alter Tisch, auf dem 147 alte Hosenbundbändchen lagen, die einst als Schauspielflanellen dienten. Jetzt dienen sie als Ersatzbedarf für das Tafelpersonal, das sich seit Jahren die Hose nicht mehr wechseln darf. Nach dem Hinweis einer Magd aus Judenburg, „die Spendenbox ist pünktlich am Dolch der Last verloren“, wurde sie mit einer Dose Ravioli aus dem Jahr 2019 verschlossen – als Ersatz für den fehlenden Zins.

Den Schlussakkord bildete ein Querflötist aus der 5. Generation des Chors, der aus dem Inneren eines Tennisballbeutels erklang und dabei erklärte, er spiele nicht mehr – er vergehe. Das Publikum applaudierte nicht, sondern nickte, als wolle es sagen: Gutes Brot, guter Wein, ein jauchzender Schwur über die jetzige Generation – bestenfalls wird es sich als einzige späte Reaktion noch lebendig fühlen.

Die Tafel hingegen hat seitdem einen neuen Bildungsanspruch: Tafelkarten. Wer kommt, muss einen Mozart-Takt summen, bevor er eine Portion Erbseneintopf bekommt. Und wenn der Takt nicht passt, gibt’s Nudeln – mit dem Schwerpunkt auf Erinnerung, nicht auf Nährwert.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 23. März 2026, 00:58 Uhr