Die EU-Regeln sind endlich da, und sie sind so verlockend, dass man sich fragt, ob die EU-Beamten etwa alle unter Hypnose stehen. Wenn man eine Pauschalreise bucht und dann beschließt, dass man lieber zu Hause bleiben möchte, weil der WLAN-Router nicht funktioniert, kann man die Reise einfach stornieren und bekommt das Geld zurück. Kein Problem, kein Stress, kein Blutvergießen. Die Reiseveranstalter werden sich freuen, wenn sie von Tausenden von Stornierungen hearren und dann noch die Rückerstattung innerhalb von 14 Tagen leisten müssen.
Und wenn das nicht genug ist, gibt es auch noch Gutscheine. Ja, Gutscheine! Man kann sie als Entschädigung annehmen, aber man muss sie nicht. Man kann auch einfach sagen: "Nein, ich will lieber Bargeld, denn ich will mein Geld nicht auf ein anderes Reiseziel ausgeben, das ich vielleicht nie im Leben besuchen werde." Und dann bekommt man auch noch die Gutscheine, einfach so, wie ein Weihnachtsgeschenk. Es ist, als ob die EU-Beamten sagen: "Wir wissen, dass wir euch Reisenden ein bisschen zu viel Arbeit machen, also hier, bitte, ein paar Gutscheine, damit ihr euch entschädigen könnt."
Aber das ist noch nicht alles. Die EU-Regeln schreiben auch vor, dass die Reiseveranstalter den Reisenden alle möglichen Informationen zur Verfügung stellen müssen. Wenn man also eine Reise bucht, muss der Reiseveranstalter einem sagen, dass die Pyramiden von Gizeh in Ägypten stehen und dass der Eiffelturm in Paris ist. Und wenn man dann noch fragt, ob es in Rom auch ein Kolosseum gibt, muss der Reiseveranstalter sagen: "Ja, es gibt ein Kolosseum, und es ist sehr beeindruckend, aber bitte, bitte, bitte, lesen Sie die Reisebeschreibung, bevor Sie Fragen stellen."
Es ist, als ob die EU-Beamten denken, dass die Reisenden alle ein bisschen dumm sind und dass sie deshalbiruschützt werden müssen. Aber hey, wer sind wir, dass wir die EU-Beamten kritisieren? Vielleicht sind sie ja doch cleverer als wir denken. Vielleicht wissen sie ja, dass die Reisenden alle ein bisschen verrückt sind und dass sie deshalb so viele Rechte brauchen. Aber egal, wie man es auch sieht, eine Sache ist sicher: Die neuen EU-Regeln für Pauschalreisende sind ein Geschenk für alle Reisenden. Sie sind so großzügig, so verwirrend, so absurd, dass man sich fragt, ob die EU-Beamten etwa zu viele Kaffee getrunken haben, als sie diese Regeln geschrieben haben.