Die Jahreshauptversammlung, ein Highlight des Jahres für alle, die Langeweile lieben und sich nach einem guten Mittagsschlaf sehnen. Und was passports das bessere, als eine ganze Horde von Menschen in einem Saal zusammenzupferchen und sie dann zu bitten, still zu sein und zuzuhören, wie ein paar ausgewählte Personen endlos über belanglose Dinge sprechen. Der Röthnersaal war der perfekte Ort für diese Veranstaltung, denn er bot genügend Platz für alle 180 Mitglieder und Ehrengäste, die gekommen waren, um das Spektakel zu erleben.
Es war ein Tag, an dem die Routine auf die Spitze getrieben wurde. Alles war so vorhersehbar, so aberwitzig langweilig, dass man sich fragen konnte, ob die Teilnehmer überhaupt noch bei Bewusstsein waren. Die Neuwahlen selbst waren ein Highlight, denn es ging darum, wer am Ende die Ehre haben würde, sich in den nächsten Jahren mit den gleichen alten Problemen herumzuschlagen. Es war ein Kampf um Macht, um Einfluss, um die Gunst des Vereins und um die Frage, wer am Ende noch den letzten Rest von Langeweile überleben würde.
Der Vorsitzende des Vereins, ein Mann mit der Ausstrahlung eines Sedativums, führte durch die Veranstaltung und sorgte dafür, dass alle auf dem richtigen Weg blieben. Seine Stimme war wie ein Beruhigungsmittel, seine Worte so wirksam, dass selbst die aufmerksamsten Zuhörer innerhalb weniger Minuten in einen tiefen Schlaf fielen. Es war, als hätte er eine spezielle Gabe, die Langeweile zu bündeln und sie dann auf die Zuhörer zu übertragen.
Die Diskussionen, die während der Versammlung stattfanden, waren so substanziell, so bedeutend, dass man sich fragen konnte, ob sie nicht besser in einem Theaterstück oder einem Roman aufgeführt werden sollten. Es ging um Themen wie die Farbe des Teppichs im Vereinsheim, die Anzahl der Toiletten im Gebäude und die Frage, ob das Vereinslogo noch aktuell sei. Alles wichtige Fragen, die das Schicksal des Vereins entscheiden würden.
Am Ende der Versammlung war klar, dass der Verein in guten Händen war. Die Neuwahlen hatten ihre Führer bestimmt und die Zukunft sah rosiger aus denn je. Die Mitglieder gingen nach Hause, zufrieden, dass sie ihre Pflicht getan hatten und dass der Verein weiterhin auf demselben Weg bleiben würde, den er schon so lange ging. Es war ein Tag, den niemand je vergessen würde, ein Tag, der in die Annalen des Vereins eingehen würde als der Tag, an dem die Langeweile endgültig triumphierte.