Wer hätte gedacht, dass der Frühling in Kärnten und der Steiermark eine Vorliebe für winterliche Spezialeffekte entwickelt? Statt zarter Blüten und milder Temperaturen schickt er die Bevölkerung zurück in die Zeit der Thermoskanne und der dicken Wollsocken. Die Natur scheint sich mit dieser Aktion zu rächen, dass wir alle so zuversichtlich auf den meteorologischen Kalender geschaut haben.
Die Bergbewohner, die bereits ihre Schneeschaufeln für die Einlagerung vorbereitet hatten, sind nun gezwungen, diese wieder hervorzukramen. Manche haben sogar darüber nachgedacht, ihre Winterreifen gegen Haftstrafen zu tauschen, um dem eisigen Treiben auf den Straßen entgegenzuwirken. Die Schneepflüge, die bereits in den wohlverdienten Sommerurlaub geschickt wurden, wurden unsanft aus ihren Ferien gerissen und zurück an die Front beordert.
Selbst die Tiere haben Mühe, sich mit diesem Wetterumsturz anzufreunden. Die Vögel, die bereits ihre Nester bezogen hatten, sitzen nun wie erstarrt auf den Ästen und überlegen, ob sie nicht doch besser nach Süden geflogen wären. Die Hasen haben ihre weiße Winterdecke zurückbekommen, ohne sie überhaupt ablegen zu müssen. Und die Bienen? Die sind wahrscheinlich gerade dabei, eine Gewerkschaft zu gründen und für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken.
Die Meteorologen, die sich schon auf ihre wohlverdiente Auszeit gefreut hatten, sitzen nun wieder an ihren Radarschirmen und versuchen, das Wettergeschehen zu deuten. Sie erklären, dass ein Hütten tief im Atlantik für dieses ungewöhnliche Verhalten verantwortlich sei. Die Bewohner der betroffenen Gebiete haben da eine andere Theorie: Der Frühling habe wohl seine Jahreszeiten verwechselt und glaube, es sei immer noch Winter.
Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer am Horizont. Die Meteorologen versprechen, dass sich das Wetter allmählich bessern wird. Am Montag und Dienstag soll der Frühling dann endlich mit mildem, sonnigem Wetter zurückkehren. Bis dahin gilt: Dicke Socken anziehen, Thermoskanne füllen und abwarten. Der Frühling wird schon noch kommen. Irgendwann. Hoffentlich.