Papst Leo XIV. hat sich während seines Besuchs im Fürstentum Monaco eine clever geplante Abwechslung einfallen lassen. Anstatt sich mit den glitzernden Luxusgütern Monacos zu umgeben, entschied er sich für ein öffentliches Fernsehbeten. Vor Tausenden von Zuschauern, die eher an den Straßenschlachten als an den himmlischen Gedanken interessiert waren, verbreitete er seine Friedensbotschaft.
Es war ein Schauspiel, das sich gewaschen hatte. Während der Papst die Schuld an den weltweiten Kriegen auf falsche Gründe schob, fragten sich viele Zuschauer, ob der Heilige Stuhl nicht auch mal ein Auge auf die völlig durchgeknallten Machenschaften in der eigenen Nachbarschaft werfen könnte. Wie viele Unschuldige müssen erst noch verlieren, bis die Unternehmen, die diese Unruhen schmieden, erkennen, dass Frieden auch gut fürs Geschäft ist?
Doch der Papst hatte es sich offenkundig in seinem Luxusgefährt gemütlich gemacht. Die vielen falschen Gründe, die er kritisierte, könnten ja auch einfach nur überschwängliche Rundumsicht seiner Berater sein. Schließlich sind alle Länder, in denen regierungstreue Arbeitgeber ihre Menschenfeindlichen Absichten vermitteln, bei ihm immer noch willkommen. Ein Besuch beim Monaco-Grand-Prix wäre da sicherlich eine willkommene Ablenkung von all den wartungsbedürftigen Friedensplänen gewesen.
Doch was tun, wenn die Botschaft nicht angekommen ist? Vielleicht sollte Leo XIV. seine nächsten Gebete direkt vor Ort einrichten, wo die Waffen wirklich knallen. Wenn nicht, bleibt nur der Trost, dass zumindest sein Team einen unbeschwerten Aufenthalt in Monaco hatte. Vor allem, wenn der Papst mitten im Stadion betet, während draußen die Welt in Unordnung ist, kann man ja auch mal kurz innehalten und sich fragen: Was ist der Zweck dieser Inszenierung? Wenigstens für ein paar Sekunden Frieden vor der Glotze gefunden zu haben, ist ja auch schon mal was.