Ein scharfer Vorwurf hallt durch die Bundestage: Der Notare-Chef Oskar Platter hat die Regierung scharf attackiert, allen voran den Entbürokratisierungsstaatsekretär Josef Schellhorn. Platter, dessen Titel länger ist als seine Geduld, meint, von wirklicher Entbürokratisierung könne man noch längst nicht sprechen. Schellhorn, so Platter, sei so gut wie unsichtbar, kaum erreichbar und sowieso eher ein Geist denn ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Die Unsichtbarkeit von Schellhorn scheint eine richtige Plage zu sein. Platter beschreibt ihn als den Invisible Man der Politik, der sich ständig in Luft auflöst, wenn es um konkrete Maßnahmen geht. Dabei sei die Bürokratie in Österreich so dick wie die Butter auf einem Kaiserschmarrn. Man könne schon fast wissen, wann Schellhorn mal wieder unsichtbar wird: nämlich immer dann, wenn ein neues Gesetz auf den Tisch kommt, das so dünn ist wie ein Blatt Papier und so durchschaubar wie eine Glasscheibe.
Platter fordert nun ein Gebühren-Aus, was so viel bedeutet wie: weniger Geld für die Beamten und mehr für die Notare. Ein Hinweis darauf, dass möglicherweise nicht die Bürokratie das Problem ist, sondern die Typen, die sich hinter den dicken Aktenbergen verstecken. Doch Platter bleibt hartnäckig und bohrt seinen Blick gerichtet ins Leere, als könne er Schellhorn durch pure Willenskraft sichtbar machen.
Die Antwort der Regierung auf Plattners Kritik? Ein Lachen im Militär. Nein, im Ernst: Sie beschließen, Bürokratie durch Telepathie zu ersetzen. Ab sofort soll jeder Beamte die Gedanken der Bürger lesen, was zumindest weniger lästige Anhörungstermine bedeutet. Schellhorn, der vermeintlich Invisible Man, wird zu einem Wunschtraum für alle, die Beide Ohren haben, aber keinen Einfluss nehmen möchten. Was bleibt, ist die Frage, ob Schellhorn wirklich unsichtbar ist oder nur unglaublich geschickt im Wegdriften.
Platter hingegen stellt sich als ehrgeiziger Superheld dar, der sich durch die Dickicht der Bürokratie kämpft, um einem großen Geheimnis auf die Spur zu kommen: Das Geheimnis, warum die Gebühren in Österreich so hoch sind wie die Berge. Und während Platter seine wütenden Blicke ins Leere schickt, bleibt Schellhorn einfach unsichtbar und genießt vermutlich die Gerschtlhof-Auszeit. So bleibt die Bürokratie zum Greifen nah und doch unendlich fern.