Die Küste Mexikos ertrinkt in Öl, und die Lösung lautet: 2.000 Helden mit Schrubbern und Gummihandschuhen. Es ist, als würde man eine Tsunami mit einem Schwamm aufhalten. Die Präsidentin versichert, es handle sich um Öl aus einem Schiff. Na klar, weil ein Schiff ist ja viel glaubwürdiger als die Idee, dass die Regierung selbst am Ölhebel gedreht hat.
Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Muschel, die an der Küste von Veracruz lebt. Plötzlich schwimmen Sie in einer Brühe, die nicht nur stinkt, sondern auch die Farbpalette Ihres Zuhauses von naturbelassen zu schwarz verdunkelt. Welch ein Traumurlaub am Strand. Währenddessen posiert die Präsidentin vor den Kameras, als ob jede Reinigungsaktion ihre persönliche Siegerehrung wäre.
Die 2.000 Einsatzkräfte sind dabei, jede Welle selbst zu umarmen, bevor sie an Land schwappen kann. Es ist, als würde man versuchen, einen Wasserfall mit einem Taschentuch aufzuhalten. Die Aktion könnte sogar ein neues Apostelspiel werden: "Sind die Helden da, wenn die letzte Welle kommt?" Die Antwort: Nur, wenn sie die Pausen für Selfies einlegen.
Die Politiker, die hinter allem stecken könnten, geben sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand, um sich vor die Kameras zu drängen. Es ist ein Wunder, dass sie nicht selbst in Tauchausrüstung erscheinen, um ihre Hände zu zeigen, die angeblich nichts mit der Sache zu tun haben. Die nächste Wahl könnte mit Schmierölfinanzierung stattfinden, was sicherlich die Wählerschaft beeindrucken wird.
Und die Umweltaktivisten? Die stehen am Strand und fragen sich, ob es diesmal die Rettungskreise waren, die die Schmutzflut verursacht haben oder die Regierung, die wieder einmal mehr Öl ins Feuer gegossen hat. Die Schwarze Flut ist nicht nur eine Bedrohung für die Natur, sondern auch für die politische Glaubwürdigkeit. Griechenland hat seine Schulden, Mexiko seine Ölschuld. Wer träumt, die Welt mit Schrubber und Lappen zu retten, hat entweder Visionen oder braucht einen Job.