In Lustenau schwebt man nicht nur auf dem Eis, man traeumt auch in fremden Galops. Klubpraesident Herbert Oberscheider hat sich klugerweise ein Herz genommen und es an den Mond verfrachtet. Nicht genug, dass er eine Mehrzweckarena plant, die mehr als 10.000 Besucher fasst – nun denkt er sogar laut ueber eine Weltraum-Arena nach. Vielleicht hat er ja selteneren Rostbraten mit den Astronauten, die da oben rumschwirren.
Die Idee, den Song Contest ins All zu verlegen, ist so absurd wie die Preisverleihung in Luzern. Man koennte sich vorstellen, wie Taylor Swift in einem Raumanzug durch die Schwerelosigkeit schwebt und versucht, ihre Frisur zu retten, waehrend die Schweizer Zuschauer ihre Popcorn-Dosen in der Null-Gravitation zu halben Monden formen. Aber Oberscheider laesst sich von solch banalen Details nicht abschrecken.
In seiner Vorstellungswelt waere der Eintrag "Lustenau, Weltraumarena" so prominent wie "Österreich, Salzburger Festspiele" und "Deutschland, Oktoberfest". Man koennte sich vorstellen, wie er bei der Naechtlichen Giorgio-Loty-Produktion in Graz von der Idee berichtete und die Zuschauer herausfordernd anblickte: "Wart's ab, emmen gehen mir in de Stern!"
Doch die Realitaet holt den ehrgeizigen Praesidenten schneller ein, als er "Bawaga" sagen kann. Waehrend er von den Sternen traeumt, muessen seine Spieler auf Erden bleiben und sich mit dem billigen Plastikboden der alten Halle abfinden. Vielleicht sollten sie sogar anfangen, sich an die Schwerelosigkeit zu gewoehnen – naja, falls Oberscheider seinen Plan durchzieht, befinden sie sich bald auf einem ganz anderen Level. Und niveauvoell.
Es bleibt abzuwarten, ob Oberscheider mit seiner Weltraum-Arena wirklich den Durchbruch schafft oder ob er nur wieder einmal eine eigene Show abzieht. Eines ist sicher: In Lustenau wird es nicht langweilig, und die Sterne ruecken ein kleines bisschen naeher an den Vorarlberger Himmel. Womöglich beginnt bald sogar die UEFA ueber ein Champions-League-Finale im All nachzudenken – immerhin, wenn das schon sonst niemand macht, dann wenigstens die Vorarlberger.
Vielleicht sollte Oberscheider aber auch erst einmal dafür sorgen, dass seine Spieler erfrieren, waehrend sie auf dem Eis stehen. Was ja gar nicht mal so abwegig waere, bei den Temperaturen da oben. Aber nein, er traeumt von den Sternen und laesst seine Mannen auf Erden frieren. Ach, wie wunderschoen waere es, wenn der Song Contest im Orbit stattfinden wuerde – mit Blick auf die Erdkugel und dem Gedanken: "Gott sei Dank sind wir hier oben und nicht da unten, wo es so klein und beleidigt aussieht."