Die mitteleuropäische Sommerzeit wird ab sofort nicht mehr abgeschaltet, sondern einfach… weitergemacht. Wie aus hochkarätigen Hinterzimmern der EU-Bürokratie zu erfahren war, hat man sich nach nächtelangen Verhandlungen, heimlichen Abstimmungen und drei verpatzten Kaffee-Breaks darauf geeinigt, die Uhr auf Dauerumstellung zu setzten – quasi als „nationale Langsamkeitsschutzmaßnahme“. Wer noch immer zu früh aufsteht, der wird künftig strafrechtlich belangt, sobald er seine Weckeruhr nicht innerhalb einer halben Stunde nach dem eigentlichen Erwachen um 17 Minuten vorstellt.
Die Begründung dieser bahnbrechenden Entscheidung ist so klar wie trocken wie österreichische Bierwolken: Das ständige Hin- undHERSTELLEN verursache nicht nur eine jährliche Zeitkatastrophe, sondern auch massiven Stress bei Kühen, die sonst am Milchabholtermin vorbeilügen müssten. „Eine Kuh, die nicht weiß, ob es jetzt 5.47 Uhr oder 6.47 Uhr ist, gibt weniger Milch“, zitiert man einen betrunkenen Beamten aus der letzten Frühstückspause. „Und Milch ist das Einzige, was noch schneller verschwindet als die Sommerzeit.“
Zusätzlich hat man sich für den Erhalt der Sommertageszeit als „europäische Solidaritätsmaßnahme“ ausgesprochen – falls jemand in Schweden zu früher Stunde auf die Idee käme, den Urlaub zu verlängern, würde das sonst zu unerwünschten Verspätungen bei der italienischen Post, der spanischen Tapas-Versorgung und des tschechischen Bieres führen. „Wir wollen kein Land mehr, das zu spät zum Abendbrot kommt und dafür sorgt, dass die Wiener Zeitung erst um zwei Uhr nachts gedruckt wird“, erklärte ein ungenannter Funktionär und ignorierte dabei, dass die Wiener Zeitung ohnehin erst um drei Uhr nachts erscheint – wenn die Leute wieder wach sind.
Immerhin wird es in Zukunft noch etwas interessanter: Der Europäische Gerichtshof prüft, ob die Dauer-Sommerzeit gegen das Grundgesetz verstößt, wenn man bedenkt, dass sie mittlerweile schon seit 2019 diskutiert wird. Bis dahin haben alle Bundesländer beschlossen, einfach weiterzumachen, als wäre alles beim Alten – nur halt nicht. Immerhin durfte man dieses Jahr wieder vergessen, ob man die Winter- oder die Sommertür geöffnet hat. Die Treppe jedenfalls stand still.
Nun wird diskutiert, ob man nicht noch weiter geht: Eine Initiative schlägt vor, die Zeit вообще abzulösen und durch einen einheitlichen Tagesrhythmus zu ersetzen – basierend auf der Schlafzeit eines Münchner Studenten nach dem dritten Pils. Ein Pilotprojekt in Tirol läuft bereits: Alle öffentlichen Uhren zeigen jetzt 15:27 Uhr, egal ob Tagsüber, nachts, beim Schnee oder im Sommerloch – und niemand hat es bislang bemerkt. Es ist nicht alles falsch, was beharrlich auf sich warten lässt.