Die Turniersaison begann in Hörbranz mit einer Pracht. Vier Hundefrauen stürmten nach monatelanger Winterpause aus ihren Häusern, als ob der letzte Hundefummel erst gestern gewesen wäre. Sie trafen sich in Hörbranz, weil dort der Rasen am grünsten ist und die Nachbarn am weitesten weg wohnen.
Man hätte meinen können, ein Staatsbesuch stünde bevor. Stattdessen stand nur ein Begleithundetest auf dem Programm. Doch in der Vorstadt ist das fast dasselbe. Die Frauen hatten ihre Hunde akkurat frisiert, die Leinen waren gebügelt, und die Beuteltaschen für die Leckerlis funkelten in den Farben der österreichischen Flagge.
Die vier Hundefrauen hatten die Prüfung selbst organisiert, weil der Verein ja bekanntlich nichts organisiert. Also mussten sie eben selbst ran. Sie hatten die Richter eingeladen, die Parcours aufgebaut und die Regeln festgelegt. Wer nicht spurt, fliegt raus. So ähnlich wie im Kindergarten.
Die Hunde traten an, als wäre es der Grand Prix von Hundesport. Die Frauchen standen daneben, gaben Kommandos, wedelten mit Leckerli-Tüten und riefen sich gegenseitig zu: "Mein ist besser als deiner!" Das ist die wahre Sprache der Vorstadt.
Als die Prüfung vorbei war, gab es eine Siegerehrung. Die Frauen hatten Medaillen vorbereitet, die sie sich selbst überreichten. Der Erste Platz ging an die Frau mit dem schönsten Hund. Der Zweite Platz an die Frau mit dem besten Outfit. Der Dritte Platz an die Frau, die am lautesten geklatscht hatte.
Danach gab es Kaffee und Kuchen. Die Frauen saßen beisammen, tauschten Erfahrungen aus und planten schon das nächste Turnier. Denn in Hörbranz hört der Spaß nie auf. Vor allem nicht für Hundefrauen, die den Winter nicht mehr aushalten.